Neue Ausstellung auf Burg Hülshoff

Die Droste digital

Handschriften stehen im Zentrum neu gestalteter Räume auf der Burg Hülshoff in Havixbeck. Da, wo Annette von Droste-Hülshoff ihre Jugend verbrachte, setzen Künstlerinnen auf sinnliches Erlebnis.

Annette von Droste-Hülshoffs Manuskripte sind legendär. In winzig kleiner Schrift brachte die Dichterin (1797–1848)ihre Werke zu Papier. Als zum Teil „wimmelbildartig“ bezeichnet der Leiter des Archivamtes des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Prof. Dr. Marcus Stumpf, die Handschriften. Eine Vielzahl, den sogenannten „Meersburger Nachlass“, hat sein Team jetzt digitalisiert. ­Dazu gehören neben Reinschriften und Entwürfen auch Briefe und Noti­zen, Quittungen und Listen.

Am Ort ihrer Jugendjahre

In dieser digitalen Form stehen die Handschriften nun im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung, die in der vergangenen Woche auf der Burg Hülshoff in Havixbeck eröffnet worden ist. Dort, wo die Dichterin ihre erste Lebenshälfte verbrachte, ist heute das „Center for Literature“ beheimatet. Es kümmert sich um neue Wege der Vermittlung und Erforschung des Werks und nimmt es zum Anstoß für den Austausch über Literatur.

Künstlerinnen und Autorinnen haben nun einzelne Handschriften aufgegriffen und sechs neue Ausstellungsräume inszeniert. Sie wollen „Drostes Leben und Schaffen in die Gegenwart holen“, heißt es in der Pressemitteilung. Durch Teppiche und Vorhänge, Sounds, Spiegel und Projektionen sollen die Worte der Droste Besucherinnen und Besuchern sinnlich und direkt begegnen.

Bis auf den Dachboden

Die Autorin Nora Gomringern rückt die junge Droste und ihr Frühwerk ins Zentrum eines charmant überfrachteten Jugendzimmers. An einer Audiostation wird aus Briefen der Droste gelesen und auf dem Dachboden gibt es eine begehbare Handschriften-Landschaft.

Die Ausstellung „Droste Digital. Handschriften – Räume – Installationen“ ist bis zum 30. September 2023 zu sehen. Das Museum ist mittwochs bis sonntags von 11 bis 18.30 Uhr geöffnet. Vom 1. Januar bis 14. Februar gibt es eine Winterpause. Der Eintritt kostet 14 €, ermäßigt 9 €. Für Kinder und Jugendliche ist er frei.

www.burg-huelshoff.de

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