ASP: Jagdbeschränkungen gelockert – Schwarzwildprämie verdoppelt

Die Einzeljagd auf Reh-, Rot- und Damwild ist auch in Kerngebieten und weißen Zonen wieder erlaubt. Außerdem hat Brandenburg eine Aufwandsentschädigung von 100 € pro Wildschwein angekündigt.

Die Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) in den Landkreisen Oder-Spree, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald machen Fortschritte, wie das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg mitteilte.

In einem Erlass zur Durchführung der Schweinepest-Verordnung heißt es: "Solange eine Weiße Zone nicht mittels doppelten festen Zäunen realisiert ist, gilt ein Jagdverbot für alle Wildtierarten im gefährdeten Gebiet." Diese Voraussetzung sei um die Seuchenherde um Friedland und Neuzelle aber erfüllt. Die Einzeljagd auf Reh-, Rot- und Damwild in den dortigen fest eingezäunten Gebieten sei daher ab dem 10. April 2021 wieder möglich.

Außerdem hat das Ministerium per Erlass die Aufwandsentschädigung für Jagdberechtigte vereinfacht und deutlich erhöht: Bislang gab es für die Entnahme und Ablieferung eines Wildschweins im Kerngebiet und in der Weißen Zone 30 Euro für unter 30 Kilogramm Lebendgewicht und 50 Euro für über 30 Kilogramm Lebendgewicht. Ab dem 1. April 2021 gelten unabhängig vom Gewicht pro Wildschwein 100 Euro.

„Unsere Priorität ist jetzt die Entnahme der Wildschweine aus der Weißen Zone, damit sich die Seuche nicht mehr ausbreiten kann. Wir haben darum noch einmal die Aufwandsentschädigungen für die Wildschweinentnahme mehr als verdoppelt.“, so Anna Heyer-Stuffer, Leiterin des ASP-Krisenstabs.

Der erste ASP-Ausbruch beim Schwarzwild ist in Brandenburg am 10. September 2020 amtlich festgestellt worden. In Deutschland sind nach Angaben des Tierseucheninformationssystems TSIS seit Anfang der Woche 21 ASP-Fälle bei Wildschweinen hinzugekommen.

Auch in Westpolen steigen die Zahlen weiter an. Vergangene Woche gab es dort 102 neue Funde von verendeten und mit ASP infizierten Wildschweinen. Die ISN spricht von einem "Hot Spot".

Die Karte zeigt ältere und neue Funde an der Grenze zwischen Polen und Deutschland. (Bildquelle: Pig Progress)

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Laut Angaben des Tierseucheninformationssystems des Friedrich-Loeffler-Instituts gab es in Brandenburg und Sachsen in der vergangenen Woche 43 neue ASP-Fälle. Auch außerhalb der bisherigen Kernzone.

Über das Vorgehen im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat sich Bundesministerin Julia Klöckner per Videokonferenz mit ihren Amtskollegen aus Polen und Tschechien ausgetauscht.


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