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Konjunkturbarometer Agrar: Stimmung in der Landwirtschaft noch schlechter

Landwirte blicken immer pessimistischer in die Zukunft. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Konjunkturbarometers Agrar. DBV-Präsident Joachim Rukwied sieht in den Ergebnissen auch Ausdruck einer hochgradigen Verunsicherung in der Landwirtschaft.

Fehlende Wertschätzung, Planungsunsicherheit, steigende Auflagen: Die schlechte Stimmung in der Landwirtschaft treibt die Landwirte immer wieder auf die Straße - wie Anfang Januar in Telgte.

Die Stimmung auf den landwirtschaftlichen Betrieben hat sich im Vergleich zum Herbst insgesamt weiter verschlechtert, weil die Zukunftserwartungen der Landwirte noch pessimistischer ausfallen. Das geht aus dem Konjunkturbarometer Agrar für Dezember hervor, dessen Ergebnisse der Deutsche Bauernverband (DBV) Mitt der Woche in Berlin vorgelegt hat; es wird im Auftrag des DBV, des Bundesverbandes Lohnunternehmen (BLU), des Fachverbandes Landtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank vom Marktforschungsinstitut Produkt + Markt erhoben.

Weiter sinkender Indexwert

Laut DBV wird die Lage mit einem Indexwert von nur noch 8,2 Punkten mittlerweile sehr ungünstig beurteilt. Bereits in den vorangegangenen Erhebungen im März, Juni und September 2019 hatte sich die Stimmungslage in der deutschen Landwirtschaft bis auf einen Indexstand von 10,5 Punkten eingetrübt. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen. Während die aktuelle wirtschaftliche Situation gegenüber September nahezu unverändert beurteilt wird, haben sich die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung weiter deutlich verschlechtert und mit einem Wert von 3,34 auf der Notenskala von eins bis fünf einen Tiefstwert erreicht.

Landwirtschaft: hochgradig verunsichert

Laut DBV-Präsident Joachim Rukwied belegen diese Ergebnisse neben einer schwierigen wirtschaftlichen Lage vor allem eine hochgradige Verunsicherung in der Landwirtschaft. „Wir Bauern sind Unternehmer. Jeder, der etwas unternehmen will, braucht verlässliche Rahmenbedingungen, um Zukunftsinvestitionen tätigen zu können. Darauf muss die Politik ausgerichtet werden“, forderte Rukwied.

Rückläufige Investitionen

Dem Bauernverband zufolge bleibt die Bereitschaft der Landwirte, in den kommenden sechs Monaten zu investieren, mit einem Anteil von 33 % niedrig; ein Jahr zuvor war der Anteil 1 Prozentpunkt höher gewesen. Das für das laufende Halbjahr geplante Investitionsvolumen von insgesamt 3,8 Mrd Euro verfehle den Vorjahreswert um 500 Mio Euro. Rückläufig sind laut DBV vor allem Investitionspläne für Ställe, die Wertschöpfung schaffen und das Tierwohl fördern könnten. Einschließlich Hof- und Stalltechnik seien hierfür nur 2,0 Mrd Euro vorgesehen, nach 2,3 Mrd Euro im Vorjahr.

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