UFOP fordert, Eiweißpflanzen- und Ackerbaustrategie sichtbar zu machen

Weniger Ölschrote im Mischfutter

Die Verwendung von Ölschroten aus Raps und Sojabohnen zur Futtermittelherstellung ist in den vergangenen fünf Jahren gesunken.

Der Einsatz von Ölschroten im Mischfutter ist in den vergangenen fünf Jahren stetig zurückgegangen. In den ersten neun Monaten des Wirtschaftsjahres 2017/18 wurden 4,62 Mio. t verwendet, 2021/22 waren es 4,11 Mio. t - rund 11 % weniger.

Die Verarbeitung von Sojaschrot nahm binnen fünf Jahren um gut 9 % auf rund 1,78 Mio. t ab. Gleiches gilt für den Einsatz von Rapsschrot, der ebenfalls um gut 9 % auf 1,85 Mio. t reduziert wurde. Die Anteile der Schrote an der Gesamtverarbeitung verschieben sich indes nur marginal. Während der Anteil von Sojaschrot in den vergangenen vier Jahren von auf 42 auf 43 % zulegte, nahm der von Rapsschrot von 44 auf 45 % zu.

(Bildquelle: BLE)

Gründe für die Entwicklung

Nach Angaben der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (mbH) ist der größte Teil des in der Futtermittelherstellung verarbeiteten Sojaschrotes gentechnisch verändert und wird aus Drittstaaten, insbesondere aus Argentinien, den USA oder Brasilien importiert. Dieses wird hauptsächlich in der Geflügel- und Schweinefütterung eingesetzt.

Gründe für die Nachfrageentwicklung nach gentechnikfreiem Rapsschrot sind die von Molkereien eingeführte „ohne Gentechnik“-Kennzeichnung der Milchprodukte und das günstigere Preis-Leistungs-Verhältnis von Rapsschrot beim Einsatz für Wiederkäuer.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) verweist im Zuge dessen in einer Pressemitteilung auf die langjährigen und erfolgreich vom Verband geförderten Projekte zur Einsatzoptimierung von heimischem Rapsschrot in der Milchviehfütterung, aber auch bei Schwein und Geflügel.

Zukünftig soll dieses Protein auch verstärkt in der Humanernährung eingesetzt werden.

Körnerleguminosen in der Ackerbaustrategie

Ziel der UFOP sei es auch, das Anbaupotenzial der Körnerleguminosen zur Erweiterung der Fruchtfolgesysteme mit den positiven Effekten für Biodiversität, Bodenqualität und den hiermit verbundenen Wertschöpfungspotenzialen auszuschöpfen

Die Union fordert daher, dass die Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums und die hierfür inzwischen gewonnenen Leitbetriebe diesen Fruchtfolgeansatz als Demonstration für die Praxis und Öffentlichkeit berücksichtigen müssten. Die Eiweißpflanzenstrategie werde hierdurch grundsätzlich in der Öffentlichkeit sichtbarer - auch im Sinne der hierdurch erbrachten Ökosystemleistungen.

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