Impfen

Gegen Windpocken und Gürtelrose impfen lassen

Varicella-Zoster-Viren sind verantwortlich für zwei verschiedene Erkrankungen: Bei Kinder können sie Windpocken verursachen, bei älteren Menschen eine schmerzhafte Gürtelrose. Gegen beide Infektionen gibt es Impfungen.

Noch vor einigen Jahren bewertete die Stiftung die Impfungen gegen Windpocken und Gürtelrose negativ. Seither hat sich aber einiges getan. Zur Windpocken-Impfung gibt es inzwischen mehr und positivere Erkenntnisse als damals. Und gegen Gürtelrose kam 2018 der Wirkstoff Shingrix auf den Markt. Diesen stuft das Expertenteam der Stiftung Warentest als wirkungsvoll ein.

Viel weniger Windpocken-Fälle seit der Impfempfehlung

Gegen Windpocken gibt es verschiedene Lebendimpfstoffe. Studien zeigen, dass sie sehr effizient vor den Viren schützen. Deutschland führte im Jahr 2004 die allgemeine Impfempfehlung für Kinder ein. Bis dahin gab es jährlich etwa 750  000 Windpocken-Fälle. Derzeit sind es etwa 22  600 pro Jahr. Die Impfquote liegt bei mehr als 80 %. Als Nebenwirkungen werden vorübergehende Schmerzen an der Einstichstelle oder Hautausschlag genannt.

Das Experten-Team der Stiftung Warentest hält eine Windpocken-Impfung für Kinder sowie für Erwachsene, die Windpocken nicht durchgemacht haben und zu einer Risikogruppe gehören, für sinnvoll.

Gürtelrose-Impfung ab 60 Jahren sinnvoll

Gleiches gilt für eine Impfung älterer Menschen gegen Gürtelrose. Bei dem relativ neuen Impfstoff Shingrix handelt es sich um einen Totimpfstoff. Er ist ab einem Alter von 50 Jahren zugelassen. In dem Alter ist die Gefahr, an Gürtelrose zu erkranken, allerdings noch gering. Da nicht ganz klar ist, wie lange die Impfung wirkt, empfehlen die Experten der Stiftung Warentest die Impfung ab 60 Jahren. Die Ständige Impfkommission hingegen rät bei Vorerkrankungen, wie Immunschwäche, schon ab 50 Jahren zur Impfung.

Impfstoff zeitweise begrenzt verfügbar

Die Zulassungsstudien haben gezeigt, dass Shingrix nahezu alle Fälle von Gürtelrose bei Menschen ab 60 Jahren verhindert. Aufgrund der hohen Nachfrage im Jahr 2019 war der Impfstoff jedoch oft knapp. Patienten sollten deshalb mit dem Hausarzt besprechen, wann die Impfung möglich ist. Erforderlich sind zwei Dosen im Abstand von zwei bis zu sechs Monaten.

Mögliche Nebenwirkungen sind vorübergehende Schmerzen an der Einstichstelle. Darüber hinaus gibt es Verdachtsfälle, bei denen Symptome einer Gürtelrose nach der Impfung aufgetreten sind. Eine Beobachtungsstudie soll diese möglichen Nebenwirkungen abklären.

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