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Blühendes Münsterland

Kreis Warendorf: 8400 Fußballfelder Blütenvielfalt

Seit 2005 besteht im Kreis Warendorf das Projekt "Blühendes Münsterland". Mittlerweile wurde eine Gesamtfläche von ca. 8400 Fußballfeldern zum Blühen gebracht.

Die Warendorfer Akteure in dem Projekt „Blühendes Münsterland“ zogen Bilanz: Durch hohes Engagement und gute Zusammenarbeit aller Beteiligten lässt sich eine große Wirkung erzielen.

Bereits vor knapp 15 Jahren, als der Schutz von Insekten in der Öffentlichkeit noch gar kein Thema war, wurde im Kreis Warendorf von Jägern, Landwirten, Unterer Naturschutzbehörde und Kreisverwaltung das Projekt „Blühendes Münsterland“ ins Leben gerufen. Auf dem Hof Rödelbronn in Ahlen-Dolberg zogen die beteiligten Akteure bei einem Pressetermin am Freitag vergangener Woche (30. August 2019) Bilanz.

Seit 2005 wurden im Rahmen des Projektes 60 t Saatgut ausgebracht, mit denen rund 6000 ha bzw. anschaulicher eine Gesamtfläche von ca. 8400 Fußballfeldern zum Blühen gebracht wurde. Der Kreis Warendorf stellt jährlich 2500 € für das Saatgut der Blühmischung zur Verfügung.

Lebensraum für heimisches Wild

Allein in diesem Frühjahr wurden 3100 kg Saatgut für eine Fläche von mehr als 300 ha ausgegeben. Zusammen mit den Blüh- und Uferrandstreifen, insgesamt rund 1900 ha im Kreisgebiet, und 540 ha Vertragsnaturschutz – wozu auch extensiviertes Dauergrünland zählt – kommt im Kreis Warendorf eine beträchtliche Flächengröße als Lebensraum und Rückzugsgebiet für das heimische Wild und viele weitere Tierarten zusammen, erklärte Ulrich Bultmann von der Landwirtschaftskammer Warendorf. „Für die Landwirte ist es ganz schön aufwendig, wenn sie die Maßnahmen in ihre Anträge ein­arbeiten“, sagte der Kammer-Experte und sprach von einem „Genehmigungswahn auf EU-Ebene“.

„Klima- und Artenschutz ganz konkret“

Unweit der Hofstelle von Landwirt Werner Rödelbronn befindet sich ein 6-ha-Schlag, der mit 3,5 ha Mais bepflanzt und von 2,5 ha ein- und mehrjährigem Blühstreifen umgeben ist. Im einjährigen Streifen mit vielen Blühpflanzen einschließlich Sonnenblumen finden Insekten Nahrung. Der mehrjährige Streifen mit einem höheren Gräser­anteil bietet Niederwildarten wie Hase und Fasan Nahrung und Deckung. Warendorfs Landrat Dr. Olaf Gericke lobte das Projekt: „So geht Klima- und Artenschutz ganz konkret.“ Die Gelder für das kommende Jahr seien schon im Kreishaushalt gesichert. Der WLV- Kreisverbandsvorsitzende Hermann-Josef Schulze-Zumloh betonte: „Als Landwirte verzichten wir freiwillig auf Ertrag. Aber wir machen das nicht für die Öffentlichkeit, sondern weil wir davon überzeugt sind.“

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