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Musikwettbewerb

Landwirtschaft rockt!

Der Wettbewerb „Landwirtschaft rockt!“ sucht Bands vom Land. Pate steht Henning Wehland. Das Mitglied der „Söhne Mannheims“ und der Frontmann der H-Blockx erklärt, was für ihn Landwirtschaft ausmacht und wen er sucht.

Henning, dein Vater Wilhelm Wehland war mehr als 20 Jahre Chefredakteur der Fachzeitschrift „top agrar“. Wie hat dich selbst die Landwirtschaft geprägt?

Henning Wehland: Bauernhöfe waren meine Kindheit. Ich bin durch meinen Vater sehr früh mit der Landwirtschaft in Kontakt gekommen. Auf dem Hof meines Onkels in der Nähe von Verden in Niedersachsen bin ich als Kind zum ersten Mal Trecker gefahren. Da ist mein Vater aufgewachsen. Meine Cousins führen den Legehennenbetrieb heute weiter. Für mich war es ganz normal, sich auf Bauernhöfen zu bewegen.

Wie viel Bauer steckt in dir?

Henning Wehland: Ich könnte kein Landwirt sein. Dazu müsste ich viel zu früh aufstehen. Aber ähnlich wie in der Landwirtschaft gibt es in der Musik keinen Acht-Stunden-Tag. Die Qualität und der Erfolg hängen in beiden Bereichen von der Liebe und Leidenschaft ab, die wir investieren. Außerdem kann ich wie ein westfälischer Bauer ziemlich stur sein.

Warum rockt denn Landwirtschaft?

Henning Wehland: „Landwirtschaft rockt“: Das klingt für mich als Wahlberliner erst mal ziemlich uncool. Aber auf den zweiten Blick habe ich verstanden, worum es geht: Auf dem Land entsteht viel Kreativität. Das hängt vor allem mit Verzicht zusammen. Du hast nicht an jeder Straßenecke einen Club oder eine coole Auftrittsmöglichkeit. Das entwickelt eine Sehnsucht, die viel kreative Energie freisetzt. Ich komme aus diesem ländlichen Umfeld. Ich habe selbst in Scheunen geprobt. Einer meiner ersten Auftritte war auf einem Hoffest. Ich habe auf Feuerwehrfesten
und Bauernhochzeiten gespielt. „Landwirtschaft rockt“ ist für mich die Möglichkeit zu zeigen, wer wir eigentlich sind, und dem ländlichen Raum und der Landwirtschaft ein neues Gesicht zu geben. Denn was ist denn die Identität von Deutschland? Es ist eben nicht nur Berlin. Deutschland ist auch sehr viel Provinz. Aber eine sehr erfolgreiche. Und die Landwirtschaft ist eine ihrer wichtigsten Stützen.

Henning Wehland erklärt, warum Landwirtschaft rockt.

Du selbst bist als Sänger der H-Blockx in Wolbeck, einem dörflichen Vorort von Münster, mit ein paar Kumpels gestartet – quasi auch als Band aus der Provinz. Wie war das damals?

Henning Wehland: Die Jungs in unserer Straße haben sich Waschtrommeln in den Keller der Eltern gestellt und darauf rumgehauen oder aus einer Gitarre einen Bass gemacht. Wir haben improvisiert, um unsere Gefühle rauszulassen. Es ging nicht darum, besonders cool zu sein, sondern seine eigene Kreativität, seine eigene Energie auszuleben. Das ist für mich auch der Ansporn bei „Landwirtschaft rockt“. Den Leuten zu zeigen, es ist egal, wo ihr herkommt. Wichtig sind die Energie und Leidenschaft. Ich glaube, dass auf dem Land sehr viele Schätze verborgen liegen. Die will ich finden und heben.

Was würdest du Musikern vom Land mit auf den Weg geben?

Henning Wehland: Musik ist Fantasie, die Möglichkeit zu reisen, ohne den Ort zu verlassen, an dem man lebt. Es muss nicht immer gleich Berlin oder Hamburg sein. Ganz im Gegenteil! Schaut euch Biografien von großen Musikern an. Von denen sind viele auf dem Land groß geworden. Sie haben etwas vermisst und die Musik genutzt, um diese Lücke zu füllen. Sie haben für eine Sache gebrannt. Das ist ein großer Vorteil. Wenn ich sehe, wie die Kids bei mir im Umfeld in Berlin groß werden, die sind langweilig und vor allem oft gelangweilt. Auf dem Land ist es so: Ich will mein Handwerk beherrschen. Ich will Schlagzeug lernen. Ich will gut singen. Diese Leidenschaft möchte ich mit „Landwirtschaft rockt“ in die Öffentlichkeit bringen.

Wie nimmst du die Debatte über die Landwirtschaft wahr? Wie informierst du dich?

Henning Wehland: Mein Vater schickt mir noch heute spannende Leitartikel aus der „top agrar“. Ich beschäftige mich viel mit Ernährung, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit und finde es schrecklich, wie manche Themen in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Ich sehe eine Gefahr für die Existenz der Landwirtschaft
in Deutschland. Viele möchten Fleisch essen und gute Haltungsbedingungen für die Tiere haben, regen sich aber auf, wenn sie mehr als 10 € für ein Kilogramm Filet zahlen müssen.

Was verbindest du mit dem Wochenblatt, einem der drei Initiatoren der Aktion?

Henning Wehland: Ich war früher viel in der Reiterszene unterwegs. Als meine Bekannten mitbekommen haben, dass mein Vater beim Landwirtschaftsverlag arbeitet, habe ich immer gesagt, dass er beim Wochenblatt ist. Das kannten einfach alle.

Zeig uns, dass Landwirtschaft rockt!
Unter diesem Motto sucht der Landwirtschaftsverlag Musiker vom Land. Gemeinsam mit Henning Wehland wird in einem Musikwettbewerb der ultimative „Landwirtschaft-rockt-Act“ gesucht.
Ab dem 21. Juni bis Ende September können musikalische Beiträge aller Art eingesandt werden, die einen Bezug zum Land haben. Einfach unter www.landwirtschaftrockt.de registrieren und seinen Musikbeitrag hochladen. Aus den Einsendungen wählt eine Jury anschließend drei Finalisten. Per Online-Voting wird die beste Band gekürt. Das erwartet den Gewinner:
Produktion eines Demotapes in den Principal Studios, Auftritt auf dem Wochenblatt-­Jubiläum im Juni 2019, 1. Platz: 5000 €, 2. Platz: 3000 € und 3. Platz: 2000 €.
Außerdem gibt es einen Sonderpreis für die beste Veranstaltungsidee im ländlichen Raum, zum Beispiel ein ausgefallenes Hoffest. Hier winken ein Auftritt von Henning Wehland und ein Preisgeld von 2000 €.