Mehr sehen, mehr hören, mehr wissen: Über Landwirtschaft und Landleben

Rundfunk-Tipps für die Woche vom 20. bis 26. Februar 2021

Im Radio und im Fernsehen gibt es viele Sendungen über Natur, Ernährung, Landwirtschaft, Landleben, Wald und Garten.

SONNTAG, 21. FEBRUAR

16.30 Uhr
WDR: Unser Westen, Unser Handwerk
Um Handwerk mit Tradition und Menschen mit Leidenschaft für das, was sie tun - darum geht es bei dieser handgemachten filmischen Reise durch unseren Westen. Wir besuchen Meister*innen ihres Fachs, die sich aus Überzeugung selten gewordener Handwerkskunst widmen. Einen Stellmacher, der alte Holzräder repariert, einen der letzten Schäftemacher in Deutschland, der Schuhe herstellt, eine Sattlerin, die ihren Kunden ihre Lieblingsstücke aus feinstem Leder nachbaut und einen Glasbläser, der in neunter Generation seiner Passion nachgeht.
In Köln führt Ute Flemming in der vierten Generation eine Hutmanufaktur, in der sie schon ihre Kindheit verbracht hat: jeder Hut ist ein Unikat. In Schleiden hat Devid Hörnchen seine Werkstatt. Wegen einer Krankheit konnte er seinen Beruf als Schreiner nicht mehr ausüben. Katastrophe oder Chance? Er hat sich für die Chance entschieden. Heute baut er Sportbögen.
In Sprockhövel im Bergischen brennt Michaela Habbel Schnaps in der Brennerei, in der ihr Vater schon den ersten Whiskey in Deutschland gebrannt hat. Und auf Burg Vischering geht es heiß her, wenn Jörg Terjung seinen Steinofen anheizt und auf ganz traditionelle Weise sein Brot backt, für das er im Münsterland berühmt ist.
"Unser Westen - Unser Handwerk" ist ein Beispiel für Nachhaltigkeit in NRW, da wo Menschen mit Sachverstand und Leidenschaft ihrem Beruf und ihrer Berufung nachgehen.

MONTAG, 22. FEBRUAR

20.15 Uhr
WDR: Land und lecker - Wer kocht das beste Landmenü
Folge 1: Kulinarische Schätze vom Niederrhein
"Land und lecker" trifft auf kulinarische Schätze deutschlandweit. Die erfolgreiche Gemeinschaftsproduktion von BR, NDR, SWR und WDR geht weiter. Vier Landfrauen gehen auf eine kulinarische Reise durch Deutschland - von der Ostsee bis zum Alpenvorland. Sie besuchen sich gegenseitig auf ihren Höfen und bieten ihren Mitstreiterinnen ein landestypisches Menü - im Mittelpunkt ihr kulinarischer Schatz.
Auf ihren Reisen erhalten die Landfrauen Einblicke in die Betriebe und den Familienalltag und sie verbringen einen unvergesslichen Tag an typischen Orten der Regionen. Sie schlemmen sich quer durch Deutschland und küren am Ende eine Siegerin - wer kocht das leckerste Landmenü aus seinem kulinarischen Schatz?
Es sind junge engagierte Frauen, die mit ihren Höfen und Familienbetrieben neue Wege gehen. Alle produzieren regionale Spezialitäten oder entwickeln Produkte aus besonderen Rohstoffen. Dabei trifft zum Beispiel altes Handwerk, wie Bierbrauen in Bayern, auf moderne Konzepte einer Lupinen-Nudelmanufaktur am Bodensee.
In Nordrhein-Westfalen geht es an den Niederrhein. Dort betreibt Theresa Coßmann einen Biohof. Vier Generationen leben auf dem Stautenhof in Willich-Anrath unter einem Dach. Gastgeberin Theresa ist 28 Jahre jung und ist, zusammen mit ihrem Ehemann, gerade in den Hof ihrer Eltern mit eingestiegen. Die Agrarwirtin kümmert sich um die Aufzucht der Schweine. Jedes Schwein, das auf dem Stautenhof geboren wird, lebt in Gruppen - mit viel Auslauf ins Freie. Für die Familie ist es wichtig, dass auch die Schlachtung und Verarbeitung auf ihrem eigenen Hof stattfindet und das Fleisch in die Direktvermarktung geht.
Theresas luftgetrockneter Schinken vom Schwein ist eine echte Spezialität und mit diesem kulinarischen Schatz tritt sie beim gastlichen Kochwettbewerb an. Kreativ und doch traditionell serviert sie ihren luftgetrockneten Schinken und Reibeküchlein mit Schinken- und Lachscreme als Vorspeise. Zum Hauptgang bereitet sie Schweinebäckchen nach Uromas Rezept und Wickelklöße mit Mangold und Haselnussbutterbrösel zu. Als typisches Dessert vom Niederrhein gibt es Grillagetorte neu interpretiert.
Neben dem Hofbesuch unternimmt die Gastgeberin einen Kajak-Ausflug auf der Niers und zeigt den Landfrauen dort ihren persönlichen Erholungsort.
"Land und lecker" kulinarische Schätze - authentische Portraits heutiger Landfrauen aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Bayern.
Weitere Teilnehmerinnen: In der Nähe vom Bodensee baut Linda Kelly Lupinen an und hat eine kleine Manufaktur aufgebaut. In Schleswig-Holstein betreibt Marisa Marquardt einen Wagyu-Rinder-Hof. Zum Finale geht es nach Bayern zu Victoria Schubert-Rapp, die die 100-jährige Weißbier-Brauerei ihrer Familie in die Zukunft führt.

21 Uhr
WDR: Garten & Lecker - "Alles in Lila" im Staudengarten in Paderborn
„Garten & Lecker“: Wer gibt die beste Gartenparty? Wer hat die kreativsten Ideen? Der "grüne" und charmante Garten-Wettbewerb geht in die nächste Runde.
In einer Gemeinschaftsproduktion von WDR und SWR treten vier Hobbygärtner*innen aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg an und laden sich gegenseitig in ihre sehr unterschiedlichen Gärten ein. Es wird alles aufgetischt, was die "grüne Scholle" zu bieten hat: Der Garten deckt den Tisch. Zum Schluss vergeben die Gäste Punkte: für das Party-Motto, die Deko und die Schlemmereien. Am Ende der vierteiligen Staffel werden die Gärtnerin oder der Gärtner mit dem schönsten Gartenfest zur Siegerin oder zum Sieger gekürt.
Den Auftakt der diesjährigen Gartenreise macht Hobbygärtnerin Brigitte Bergschneider aus Paderborn. Sie hat aus dem einstigen Selbstversorgergarten ihres Schwiegervaters ein blühendes Staudenparadies geschaffen. Rosen statt Kartoffeln, Phlox statt Kohl. Brigitte gärtnert komplett biologisch ohne Pestizide und Chemie - das ist ihr wichtig. In ihrem Garten haben selbst Läuse ihren Platz. Sie dienen als Futter für die vielen Vögel, wie Spatz und Gimpel, die fröhlich durch ihren Garten flattern.
Da die Lieblingsfarbe in ihrem Garten nicht zu übersehen ist, wird diese gleich zum Partymotto: "Die Farbe Lila". Die Gastgeberin tischt auf: gefüllte Mangoldröllchen in Hostablättern, Kartoffelwaffeln mit Lachs- oder Tomatenchutney-Topping. Als Dessert reicht Brigitte eine selbstgemachte Buttermilchtorte, die sie passend zum Motto lila eingefärbt hat.
Für die jeweiligen Feste bekommen die Gastgeber*innen Unterstützung von Floristen-Meister Björn Kroner. Ganz nach Gartentyp kreiert er ein Party-Motto und entwirft vor Ort mit den Gärtnern*innen die Dekorationen. Der "Schönmacher" gilt als "junger Wilder" unter den Floralkünstlern und ist weltweit als Coach unterwegs. Aufgewachsen ist er in Haltern am See - mit vielen Blumen und Natur. Beim Garten-Wettbewerb begleitet er die Vorbereitungen und kommentiert später die Feste. „Garten & Lecker“: die außergewöhnliche Sommerreise geht weiter.

DIENSTAG, 23. FEBRUAR

15.15 Uhr
SWR: Expedition in die Heimat - Das Glück auf der Sickinger Höhe
Was ist Glück? Ein Gefühl, ein Moment, eine Lebenshaltung, etwas, das man sich erarbeitet oder etwas, das einem in den Schoß fällt? Was hat die Landschaft, in der man lebt, mit Glück zu tun? Gibt es jene glücklichen Gefilde, von denen vor allem in der Literatur vergangener Zeiten so oft die Rede ist? Die Sickinger Höhe im Südwesten von Rheinland-Pfalz hätte gute Chancen, zu diesen glücklichen Gefilden zu gehören.
Frankreich im Süden, das Saarland im Westen, der Pfälzerwald im Osten, eingerahmt von den Städten Homburg, Landstuhl, Pirmasens und Zweibrücken sowie von mehreren Autobahnen. Ländlich, ruhig, fast abgeschieden, durchzogen von Wanderwegen und Bächen, mit weiten Ausblicken und waldigen Tälern. Die Sickinger Höhe ist eine Landschaft voller Charme und voller Glücksgeschichten.

MITTWOCH, 24. FEBRUAR

15 Uhr
NDR: die nordstory – Klasse statt Masse: Ein Bauer stellt um auf Bio
Immer mehr Landwirte in Niedersachsen wollen die ökologische Wende in ihrem Betrieb. In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der Biobauern um knapp 30 % gestiegen. Allerdings zieht nur einer von drei Landwirten, die die Umstellung wünschen, seine Planung am Ende auch durch. Zu groß ist für viele die finanzielle Herausforderung.
Familie Bühning bewirtschaftet in Schleptrup im Landkreis Osnabrück seit sechs Generationen die Felder. 2016 haben sie den Antrag auf Umstellung gestellt. Drei Jahre dauert es in der Regel, bis ein Betrieb komplett ökozertifiziert ist.
Die Nordstory begleitet die Familie aus dem Landkreis Osnabrück in der Phase radikaler Veränderungen. Um wieder schwarze Zahlen zu schreiben, muss sie unbedingt einen dritten Schweinestall bauen. Neben der aufwendigen ökologischen Feldarbeit bedeutet das eine extreme Doppelbelastung. Da muss die ganze Familie an einem Strang ziehen.
Jan-Dirk Bühning (39), sein Bruder Carsten (32) und ihr Vater Günter (65) haben sich viel vorgenommen. Die Bühnings haben bei Null angefangen, nachdem sie ihre etwa 900 konventionellen Mastschweine verkauft hatten. Die Umstellung ist eine "Durststrecke", sagt Jan-Dirks Ehefrau Nina (39). Als Betriebswirtin behält sie den Überblick über die Finanzen.
Auch wenn die Bühnings mit einem Ferienhof und einer Biogasanlage noch andere unternehmerische Standbeine haben, muss jetzt unbedingt der letzte von drei Stallabschnitten fertig werden. Nur wenn am Ende um die 400 Bioschweine in den Ställen gemästet werden, wirft ihr Betrieb wieder Gewinn ab.
Neben der Baustelle kümmern sich die Landwirte um zukünftige Vertriebswege. Die regionale Feinkost und Fleischerei Sostmann aus Bramsche will den Anteil an Bioprodukten noch weiter steigern und denkt daran, den Bühnings mehr Tiere abzunehmen.
Die Nordstory begleitet die engagierten Landwirte sieben Monate lang, bis sie für den Stall das Biozertifikat erhalten.

21 Uhr
NDR: Lebenswege - Wer ist auf dem Hof der Boss?
In der Landwirtschaft ist es die größte Herausforderung überhaupt, den Hof von einer Generation in die nächste zu überführen. Der Schlüssel zum Überleben: Den Wandel der Zeit akzeptieren. Der Film aus der Reihe "Lebenswege" zeigt Alltag und Herausforderungen auf einem Milchhof in der Wilstermarsch und einem Obst- und Tannenhof im Alten Land, beispielhaft für Tausende Höfe im Norden.
Drei Generationen leben auf einer Scholle: In der Landwirtschaft ist es die größte Herausforderung überhaupt, den Hof von einer Generation in die nächste zu überführen. Der Großvater hat noch mit dem Pferd das Feld bestellt, die Enkel bewirtschaften die Höfe digital und mit Hightech. Da treffen Welten aufeinander, es gibt Diskussionen und Konflikte, aber immer ein gemeinsames Ziel, das nur durch Kompromisse erreicht werden kann: Den Hof so erhalten, dass drei Generationen von ihm leben können.
Der Film aus der Reihe "Lebenswege" zeigt Alltag und Herausforderungen auf einem Milchhof in der Wilstermarsch und einem Obst- und Tannenhof im Alten Land, beispielhaft für Tausende Höfe im Norden.
Der Schlüssel zum Überleben: Den Wandel der Zeit akzeptieren. "Was sich nicht entwickelt, stirbt", sagt Klaus Strüven, der Großvater auf dem Milchhof. Entwicklungen gab es schon immer. Mit dem Traktor fing es an, der vor 60 Jahren das Pferd ersetzte. Es folgten die Melkmaschine auf dem Milchhof, Arbeitsbühnen in der Apfelernte. Nur wer den Fortschritt mitmacht, überlebt.
Die Übergabe der Höfe stellt viele Familien vor Probleme. "Man kann nicht zu früh abgeben, nur zu spät", sagt Milchbauer Klaus Strüven. Er hat schon mit 53 an seinen Sohn übergeben und sich selber noch einmal neu erfunden als Betreiber von Windrädern.
Apfelbauer Henning von Riegen tut sich da schwerer. Er ist 58 und es wird langsam Zeit für die Hofübergabe. "Ich habe mir schon oft Vorwürfe gemacht, dass ich das Thema noch nie offen mit meinem Sohn besprochen habe. Manche Menschen können schlecht loslassen, ich gehöre wahrscheinlich dazu."

22.15 Uhr
WDR: Geht es ohne Fleisch? (Aus der Reihe „Die Story“)
Die Deutschen essen gern und viel Fleisch: Mit rund 40 Mrd. € Jahresumsatz ist der deutsche Fleischsektor der größte Zweig der Ernährungsindustrie. In den letzten Jahren ist der Verbrauch zwar gesunken und Fleischersatzprodukte boomen - dennoch isst jeder Deutsche im Schnitt knapp 60 kg Fleisch im Jahr. Dabei sind sich Mediziner, Wirtschaft, Landwirte und Umweltaktivisten einig: zu viel tierisches Eiweiß ist schlecht. Aber geht es ohne Fleisch?
Diese Frage stellt sich auch der IT-Manager Thomas Krauthäuser seit einiger Zeit. Sein Arzt hat ihm geraten auf Fleisch zu verzichten - seine Blutwerte seien schlecht. Für "Die Story" lässt er sich auf ein Experiment ein: Sechs Wochen will er ganz ohne Fleisch und tierische Produkte leben. Dabei wird seine gesundheitliche Entwicklung gecheckt. "Also ich habe schon Angst, dass ich nur eine Tomate und Senf essen kann", sorgt sich Thomas Krauthäuser zu Beginn des Experiments.
Jemand, der sich sicher ist, dass es auch ohne Fleisch geht, ist Friedrich Büse. Der ausgebildete Fleischer entschied vor zwölf Jahren, dass es anders gehen muss und kehrte der Fleischindustrie den Rücken zu. 2015 gründete er die Firma Amidori in Bamberg und verkauft seitdem Fleischersatz aus Erbsenprotein. Damit gehört er zu einem von vielen Unternehmen, die in den letzten Jahren Fleischersatzprodukte als Trend entdeckt haben. Allein zwischen 2019 und 2020 wuchs der Absatz von Fleischersatzprodukten um 40 % in Deutschland - Trend steigend. Aber kann Erbsenprotein Fleischesser wie Thomas Krauthäuser überzeugen?
"Wir stehen vor nichts weniger als dem Ende der Fleischproduktion, wie wir sie kennen", prophezeit Dr. Carsten Gerhardt, Partner und Landwirtschaftsexperte der Beraterfirma A.T. Kearney. Er sieht die Zukunft vor allem bei Zellfleisch, also Fleisch, das durch Zellvermehrung und Zellstrukturierung hergestellt wird.
Aber was würde aus der Landwirtschaft werden, sollten Nutztiere wegfallen? Gesa Langenberg führt einen großen Schweinemastbetrieb in Niedersachsen. 4000 Tiere hat sie in ihren Ställen, sie liefert an die großen Fleischbetriebe und ist abhängig von deren Preisen. Den Hof hat sie von ihrem Vater übernommen, die Ställe würde sie gerne modernisieren - aber ob der Verbraucher in Zukunft auch mehr für Fleisch aus besserer Haltung bezahlt? Fragt man sie nach der Zukunft des Fleisches, antwortet Gesa Langenberg: "Wenig Fleisch für einen wirklich angemessenen Preis würde allen gut tun."
Die Story "Geht es ohne Fleisch?" geht der Frage nach, ob es ohne Fleisch gehen kann - im Alltag, in der Landwirtschaft und in der Wirtschaft.

FREITAG, 26. FEBRUAR

7.20 Uhr
WDR: Planet Schule: Feldküche – Vom Acker direkt in den Topf (Alle sechs Folgen – bis 8.20 Uhr)
Wer weiß, wie Rosenkohl auf dem Acker wächst, Möhren geerntet werden und das Rezept für die besten Kartoffelpuffer geht?
Viel Wissen rund ums Gemüse ist verloren gegangen. Deshalb erkundet Spitzenkoch Tom Waschat mit seinem alten Jeep die deutsche Agrarlandschaft. Er trifft sich mit den Landwirten und hilft - zwischen High-Tech und Handarbeit - bei der Ernte mit. Und dann baut er direkt am Ackerrand seine Feldküche auf. Zusammen mit einem jungen Menschen aus dem Betrieb kocht er aus der soeben geernteten Feldfrucht ein leckeres Gericht. Da sieht man gleich, was man aus dem jeweiligen Gemüse alles machen kann.

Folge 1: Die Möhre
Zusammen mit Landwirt Carsten Abenhardt entdeckt Tom in Datteln den Unterschied zwischen Bund- und Waschmöhren. Und er darf bei der Ernte sogar den riesigen Klammbandroder fahren. Aber wie wachsen Möhren eigentlich und sind sie gesund?
In der Verpackungshalle entdeckt Tom eine XXL-Waschmaschine für Möhren.
Und schließlich kocht Tom zusammen mit Janina Möhrentagliatelle. Lecker!

18.15 Uhr
NDR: Die Nordreportage: Hofgeschichten
Im Norden gibt es mehr als 50.000 Bauernhöfe - und jeder hat seine eigene Geschichte. Die NDR Reportage-Reihe "Hofgeschichten" erzählt vom bäuerlichen Alltag, von Typen, Tieren und Treckern. Hier wird deutlich, wie die Jahreszeiten die Arbeit bestimmen und sich das Leben auf den Höfen abspielt - Woche für Woche bei Ernte, Tierzucht und Familienleben. Die Geschichten spielen auf großen und kleinen, konventionellen und Biohöfen in ganz Norddeutschland.

19.40 Uhr
arte: Re: Ausgemolken! Bauern steigen aus der Nutztierhaltung aus
Landwirt Matthias Obenhack betreibt mit seiner Familie einen Hof in der Mitte Deutschlands. Kühe und Schweine bringen nicht mehr genug ein, er steht kurz vor dem finanziellen Aus. Eine Tierschützerin und ein Agrarökonom kommen ihm zu Hilfe. Julya Günzl und Timo Geuß wollen seine Tiere vor der Schlachtung retten und ihn bei der Umstellung seines Hofes unterstützen.
Für den ehemals konventionellen Landwirt ist hierfür komplettes Umdenken erforderlich. Auch wenn der junge Bauer schon länger ethische Bedenken zur heutigen Nutztierhaltung hat, so muss er sich erst einmal daran gewöhnen, dass Milchkühe, Mastschweine und Legehennen plötzlich ein Leben ganz ohne Nutzen für den Menschen leben dürfen, und dass er seinen Hof nun auf ökologische und rein pflanzliche Landwirtschaft umstellen soll. Finanziert wird dies durch Spenden und Patenschaften, die der Verein „Initiative Lebenstiere“ vermittelt. Landwirte, die wie Matthias in das Programm einsteigen, erhalten monatlich feste Zuwendungen, die es ihnen ermöglichen, ihre Betriebe ohne eine Tiernutzung zu erhalten.
Inspiratorin des neuen Weges ist die Schweizer Philosophin Sarah Heiligtag. In der Nähe von Zürich betreibt sie einen Hof und einen Begegnungsort für Menschen, die nach Alternativen zur traditionell geprägten Landwirtschaft suchen. Mehr als 40 Höfe hat die Schweizerin bis heute bei der Umstellung zu einem Lebenshof begleitet. Diese „Transfarmationen“ haben dabei nicht nur das Tierwohl im Blick, sondern suchen ethisch vertretbare Lösungen zu den Themen Klimawandel und Welternährung.

21.15 Uhr
NDR: Heimatküche
In der Heimatküche gehen vier Landfrauen auf eine kulinarische Reise durch Deutschland, von der Ostsee bis zum Alpenvorland. Sie besuchen sich gegenseitig auf ihren Höfen und bieten ihren Mitstreiterinnen ein landestypisches Menü. Im Mittelpunkt steht ihr persönlicher kulinarischer Schatz.
Auf ihren Reisen erhalten die Landfrauen Einblicke in die Betriebe und den Familienalltag der jeweiligen Gastgeberin und sie verbringen einen unvergesslichen Tag an typischen Orten der Regionen. Sie schlemmen sich quer durch Deutschland und küren am Ende eine Siegerin: Wer kocht das leckerste Landmenü aus seinem kulinarischen Schatz?
Es sind junge engagierte Frauen, die mit ihren Höfen und Familienbetrieben neue Wege gehen. Alle produzieren regionale Spezialitäten oder entwickeln Produkte aus besonderen Rohstoffen. Dabei trifft zum Beispiel altes Handwerk, wie Bierbrauen in Bayern, auf moderne Konzepte einer Lupinen-Nudelmanufaktur am Bodensee.
In Nordrhein-Westfalen geht es an den Niederrhein. Dort betreibt Theresa Coßmann (28) einen Biohof. Vier Generationen leben auf dem Stautenhof in Willich-Anrath unter einem Dach. Gastgeberin Theresa ist mit ihrem Ehemann gerade in den Hof ihrer Eltern mit eingestiegen. Die Agrarwirtin kümmert sich um die Aufzucht der Schweine. Jedes Schwein, das auf dem Stautenhof geboren wird, wächst in einer Gruppe auf, mit viel Auslauf ins Freie. Für die Familie ist es wichtig, dass auch die Schlachtung und Verarbeitung auf ihrem eigenen Hof stattfindet und das Fleisch in die Direktvermarktung geht.
Theresas luftgetrockneter Schinken vom Schwein ist eine echte Spezialität. Mit diesem kulinarischen Schatz tritt sie beim Kochwettbewerb an. Kreativ und doch traditionell serviert sie ihren luftgetrockneten Schinken und Reibeküchlein mit Schinken- und Lachscreme als Vorspeise. Zum Hauptgang bereitet sie Schweinebäckchen nach Uromas Rezept und Wickelklöße mit Mangold und Haselnussbutterbrösel zu. Als typisches Dessert vom Niederrhein gibt es Grillagetorte neu interpretiert. Neben dem Hofbesuch unternimmt die Gastgeberin einen Kajak-Ausflug auf dem Niers und zeigt den Landfrauen dort ihren persönlichen Erholungsort.
Heimatküche: authentische Porträts von Landfrauen von heute aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Bayern. Die weiteren Teilnehmerinnen sind Linda Kelly. Sie baut in der Nähe vom Bodensee Lupinen an und hat eine kleine Manufaktur aufgebaut. In Schleswig-Holstein betreibt Marisa Marquardt einen Wagyu-Rinder-Hof.

Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.


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