Diabetes

Hilfe bei Über- oder Unterzuckerung

Für Diabetiker kann es in einer Notsituation lebenswichtig sein, dass Außenstehende die Symp­tome einer Über- oder Unterzuckerung richtig deuten und dem Dia­betiker helfen.

Wie äußert sich eine Über- oder Unterzuckerung und wie können Außenstehende dem Diabetiker dann helfen? Diabetes.de – Deutsche Diabetes Hilfe – gibt Tipps:

Sympotome bei Unterzuckerung

Typisch für eine Unterzuckerung sind ein Blutzuckerwert unter 70 mg/dl und Symptome wie Schwitzen, Zittern, Herzklopfen, Schwindel, Konzentrations-, und Sprach- oder Sehstörungen. Ursache kann eine Überdosierung von Zucker senkenden Tabletten oder Insulin sein.

Das Risiko ist aber auch erhöht, wenn der Diabetiker Alkohol getrunken, zu wenig gegessen oder körperliche Aktivität falsch eingeschätzt hat. Eine Unterzuckerung droht zudem häufiger bei Patienten, die schon lange Zeit an Diabetes leiden, ein hohes Alter haben oder bei denen Nierenfunktionsstörungen vorliegen.

Bei einer Unterzuckerung ist es wichtig, Kohlenhydrate in einer Form zu sich zu nehmen, die schnell ins Blut geht. Geeignet sind zum Beispiel

  • 8 Stück Würfelzucker,
  • 20 g Traubenzucker (vier Blättchen),
  • 200 ml zuckerhaltige Limonade (keine Light-Produkte) oder
  • 200 ml Fruchtsaft.

Außerdem sollte sich der Betroffene hinsetzen oder hinlegen.

Ist der Diabetiker bereits bewusstlos, ist sofort der Notarzt zu verständigen. Ersthelfer sollten den Bewusstlosen in eine stabile Seitenlage bringen. Flüssigkeiten dürfen in der Situation nicht verabreicht werden.

Falls vorhanden, sollte Glukagon in den Oberarm, den Oberschenkel oder das Gesäß gespritzt werden. Kommt der Bewusstlose wieder zu sich, sollte er sofort zwei bis vier schnelle Kohlenhydrat-Einheiten zu sich nehmen. Um für solche Fälle gut gerüstet zu sein, sollte jeder Diabetiker Glukagon im Haus haben und sein Umfeld über den Umgang damit informieren.

Typische Anzeichen einer Überzuckerung

Zu hohe Zuckerwerte sind ebenfalls gefährlich, sie können zum diabetischen Koma führen. Eine Überzuckerung äußert sich durch Durst, vermehrtes Wasserlassen, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Weitere ­Anzeichen sind Zuckerwerte über 250 mg/l und eine tiefe, schwere Atmung. Außerdem findet sich in der Atemluft Azeton. Der Geruch erinnert an Nagellackentferner oder faules Obst. Betroffene werden schließlich bewusstlos. Auch dann ist sofort ein Notarzt zu verständigen.

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