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Vorpubertät

Für die Pubertät viel zu jung

Schambehaarung und vergrößerte Genitalien im Kleinkindalter? Ein Busen bei einem 13-Jährigen? Normal ist das nicht. Kommen Kinder verfrüht in die Pubertät, spielen meist die Hormone verrückt.

Zeigen Kinder im Alter unter acht Jahren schon typische körperliche Veränderungen einer Pubertät, sollte dies ärztlich geklärt werden.  

Haben Mädchen unter acht und Jungen vor dem Alter von neun Jahren eine vorzeitige Scham- oder Achselbehaarung, vergrößerte Genitalen oder Brüste, spricht man von vorzeitiger Pubertätsentwicklung. Das gilt auch, wenn Mädchen ihre erste Regelblutung bereits vor dem Alter von neun Jahren bekommen.

Schon Kleinkinder können vorzeitig eine vergrößerte Brust haben. Nicht immer muss aber therapiert werden. Liegen die weiblichen Hormonwerte im Blut im Normbereich und wächst das Kind altersentsprechend, liegt meist keine echte Vorpubertät vor. Ausgelöst wird die Vergrößerung durch eine erhöhte Empfindlichkeit des Brustdrüsengewebes auf die normal vorhandenen Östrogene. Eine Therapie ist nicht notwendig. Der Verlauf sollte aber regelmäßig beobachtet werden.

Tumor setzt Hormone frei

Anders sieht die Situation aus, wenn beispielsweise ein 18 Monate alter Junge einen vergrößerten Penis und eine dunkle Schambehaarung hat. Die im Blut deutlich erhöhten männlichen Hormonwerte, können sowohl aus dem Hoden als auch aus den Nebennieren stammen. Lässt sich im Ultraschall der Nebennieren ein Tumor entdecken, muss gehandelt werden. Denn hormonproduzierende Tumoren wie diese können eine vorzeitige Pubertät in Gang setzen. Das gilt auch für östrogenbildende Eierstockzysten bei Mädchen. Stoppen lässt sich dieser Verlauf, indem die Tumoren bzw. Zysten operativ entfernt werden.

Vom Gehirn gesteuert

Eine vorzeitige Pubertät kann aber auch zentral im Zwischenhirn ausgelöst werden. Bei dieser Form werden von der Hirnanhangsdrüse zu früh bestimmte Geschlechtshormone ausgeschüttet. Diese lassen die Eierstöcke bzw. Hoden wachsen. Sind diese Geschlechtsdrüsen dann ausgereift, beginnen sie Geschlechtshormone wie Östrogen oder Testosteron abzugeben. Die Pubertät mit entsprechend körperlichen Veränderungen setzt ein, allerdings viel früher als normal. Verbunden ist damit auch ein Wachstumsschub. Die Kinder legen rasch an Körpergröße zu. Allerdings endet das Wachstum frühzeitig, sodass sie keine normale Erwachsenengröße erreichen.

Kinder, die Anzeichen einer verfrühten Pubertät haben, sollten einem kinderärztlichen Hormonspezialisten vorgestellt werden. Diesehaben sich auf das Fachgebiet der pädiatrischen Endokrinologie spezialisiert. Das Kind wird gründlich untersucht, sein Wachstumsverlauf im Hinblick auf einen verfrühten Wachstumsschub beurteilt und die Hormone im Blut untersucht.

Der Arzt wird die weiblichen inneren Geschlechtsorgane, wie Eierstöcke und Gebärmutter, im Ultraschall untersuchen. Bei Zeichen einer vermehrten Wirkung männlicher Hormone wird er auch die Nebennieren schallen. Bei Jungen werden außerdem die Hoden im Ultraschall auf Veränderungen hin untersucht.

Was lässt sich tun?

Weisen die Hormonuntersuchungen auf eine gestörte Aktivität der Hormone im Zwischenhirn hin, wird der Arzt eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels veranlassen, um Tumoren in der Region auszuschließen.

Wird die vorzeitige Pubertät zentral vom Gehirn gesteuert, so lässt sich der Verlauf meist gut medikamentös verlangsamen. Dazu wird alle 28 Tage ein synthetisches Hormon unter die Haut gespritzt, das die Produktion der Geschlechtshormone unterbindet.

Der Junge hat einen Busen

Im Alter von 13 bis 16 Jahren haben einige Jungen eine kosmetisch störendene Vergrößerung der Brustdrüse. Diese kann ein- oder doppelseitig auftreten. Manchmal schmerzt die betroffene Brustdrüse.
Bis zu 60% der 14 Jahre alten Jungen sind von einer Gynäkomastie betroffen.
Sie kommt zustande, weil das im Körper gebildete Testosteron im Gewebe zu Östrogenen umgebaut wird und die Brustdrüse entsprechend reagieren kann.
In der Regel ergeben Hormonuntersuchungen keine Besonderheiten. Die Jungen entwickeln sich ansonsten normal und durchlaufen die entsprechenden Stadien einer Pubertät.
In den meisten Fällen bildet sich die Gynäkomastie innerhalb von zwei Jahren wieder zurück. In Einzelfällen kann im Erwachsenenalter eine Operation notwendig sein.

Den vollständigen Beitrag finden Sie auf den Gesundheitsseiten der Wochenblattausgabe 49/2018.

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