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Bluthochdruck

Blutdruck messen: So geht’s

Fast jeder Dritte hat hierzulande einen Bluthochdruck. Zählen Sie auch dazu? Wer seine Blutdruckwerte kennt, kann reagieren. Doch wissen Sie, welche Messgeräte geeignet sind und wie richtig gemessen wird?

Blutdruckmessgeräte für den Oberarm haben eine Manschette, die den Oberarm zu zwei Dritteln abdeckt. Diese Blutdruckwerte sind optimal.

Bluthochdruck schmerzt nicht und ist nicht sichtbar. Meist entwickelt er sich schleichend. Daher weiß auch jeder Fünfte nichts von seiner Erkrankung. Doch das ist fatal. Bluthochdruck kann gravierende Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Nierenversagen oder Schlaganfall verursachen.

Vor allem ältere Menschen haben mit erhöhten Blutdruckwerten zu tun. Laut Deutscher Bluthochdruckliga sind hierzulande drei Viertel aller Menschen zwischen 70 und 79 Jahren betroffen. Dennoch ist Bluthochdruck keine Alterserkrankung, wie Dr. Siegfried Eckert, von der Klinik für Kardiologie am Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) NRW in Bad Oeynhausen sagt. Denn eine Hypertonie, wie der Bluthochdruck im medizinischen Jargon heißt, macht sich häufig schon in der Lebensmitte bemerkbar. Meist fällt er erst bei der Routineuntersuchung beim Arzt auf. Dann heißt es: Regelmäßig Zuhause den Blutdruck kontrollieren. Doch welche Gerätetypen gibt es und wie lässt sich der Blutdruck richtig messen?

Welche Werte gelten

Blutdruck ist der Druck in den Arterien, der vom Herzen erzeugt wird. Abhängig ist er von den Fließeigenschaften den Blutes, der Pumpleistung des Herzen und der Beschaffenheit der Blutgefäße. Er wird in der Maßeinheit Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg) gemessen und durch zwei verschiedene Werte angezeigt.

  • Der systolische höhere Wert entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und das Blut aus dem Herzkammern in den Körper- und Lungenkreislauf pumpt.
  • Der diastolische Wert bezeichnet den niedrigeren Druck, der herrscht, wenn das Herz erschlafft.

„Als optimaler Blutdruckwert für Erwachsene gilt ein Wert von 120/80 mm Hg“, erklärt Dr. Siegfried Eckert. Von Bluthochdruck ist die Rede, wenn die Werte bei einer Fremdmessung, etwa durch den Arzt, 140/90 mm Hg und höher betragen. Wer Zuhause selber misst, sollte im Schnitt Werte von 135/85 mm Hg nicht überschritten.

„Dabei sagen einzelne Messungen wenig aus“, erklärt der Kardiologe. Deshalb sollte man dreimal täglich an zwei verschiedenen Tagen messen. Die höchste Aussagekraft hätte ohnehin eine Langzeitauswertung. Bei einer 24-Stunden Blutdruckmessung gelten Grenzwerte von 130 bis 135/ 85 mm Hg während der Tag- bzw. Wachphase. Im Zeitraum der Nacht- bzw. Schlafphase sollten die Werte von 120/70 mm Hg nicht überschritten werden.

Zwei Messmethoden

Für die Selbstmessung sind verschiedene Blutdruckmessgeräte erhältlich. Es gibt Messgeräte für den Oberarm und solche für das Handgelenk. „Messungen am Handgelenk sind meist fehlerempfänglicher“, sagt Dr. Siegfried Eckert. Die Geräte messen unterschiedlich:

  • Einige Geräte bestimmen die Blutdruckwerte über Strömungsgeräusche, die das Blut typischerweise abgibt, wenn das Blut durch die Arterien fließt. Bei dieser auskultatorischen Messung wird die Manschette des Gerätes zunächst so stark aufgepumpt, dass kein Blut mehr durch die Arterie fließen kann. Lässt der Druck der Manschette langsam nach, erzeugt der Blutfluss ein pulssynchrones Schlagen. Der Druck, bei dem dieser erste Ton erklingt, entspricht dem systolischen Blutdruckwert. Der diastolische Blutdruck entspricht dem Druck, der beim Verschwinden der Töne auftritt.
  • Die meisten Geräte messen hingegen die maximale Schwingung der abgedrückten Gefäßwand. Bei dieser oszillometrischen Blutdruckmessung wird die Manschette zunächst über den systolischen Arteriendruck hinaus aufgepumpt. Dann wird der Druck langsam reduziert bis sich der Blutfluss auf sein Ursprungsniveau zurückentwickelt. Das Gerät berechnet die Werte des systolischen und diastolischen Blutdrucks.

Tipp Gerätekauf

Schlägt das Herz unregelmäßig, kann das auf eine Rhythmusstörung wie Vorhofflimmern hinweisen. Einige Messgeräte sind gar nicht in der Lage, den Blutdruck und Puls bei Vorhofflimmern zu messen. Das ist meist bei oszillometrisch messenden Geräten der Fall. Dies sollte man beim Kauf eines Blutdruckmessgerätes beachten.

Andere Geräte zeigen bei unregelmäßigen Herzschlägen „Error“ oder unglaubwürdige Werte an. Manche Geräte geben eine Arrhythmie-Warnung oder weisen auf ein Vorhofflimmern hin. Treten derartige Meldungen bzw. Werte häufiger auf, sollte ein Arzt die Ursache dafür klären.

Noch eines sollten Sie bedenken: Nicht alle handelsüblichen Messgeräte liefern zuverlässige Werte. Die Deutsche Hochdruckliga testet regelmäßig verschiedene Geräte und verleiht offizielle Prüfsiegel für die Messgenauigkeit. Eine Liste der empfohlenen Blutdruckmessgeräte finden Sie auf der Internetseite

www.hochdruckliga.de

Einige Tipps, die beim Messen zu beachten sind

  • Führen Sie die Messung in Ruhe aus. Am besten entspannen Sie sich mindestens fünf Minuten vorher;
  • Günstig ist eine entspannte aufrechte Sitzhaltung. Die Füße stehen nebeneinander auf dem Boden;
  • Messen Sie vor der Einnahme Ihrer blutdrucksenkenden Medikamente;
  • Messen Sie möglichst immer zur gleichen Zeit Ihren Blutdruck;
  • Der Blutdruck sollte immer an dem Arm mit den höheren Blutdruckwerten gemessen werden. Unterschiede bis zu 20 mm Hg sind normal. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Arzt;
  • Wichtig ist, dass sich die Manschette des Gerätes beim Messen auf Herzhöhe befindet. Das gilt insbesondere für Handgeräte;
  • Essen, sprechen und bewegen Sie sich während der Messung nicht;
  • Wer den Blutdruck am Oberarm misst, legt die Manschette etwa zwei Finger breit oberhalb des Ellenbogens an. Damit sitzt die Manschette auf Herzhöhe. Optimal ist es, wenn noch ein oder zwei Finger unter die verschlossene Manschette gelegt werden können.
  • Wer den Blutdruck am Handgelenk messen möchte, muss den Messarm unbedingt entspannt in Herzhöhe lagern. Ideal ist es, wenn die andere Hand den Messarm dabei am Ellenbogen halten kann.

Den vollständigen Beitrag können Sie auf den Gesundheitsseiten der Wochenblattausgabe 33/2018 nachlesen.

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