Rinderzucht und Besamung

ZBH stemmt hohe Ausgaben

Weniger Kühe bedeuten weniger Umsatz für die Rinderzuchtorganisationen sowie Milchkontrollverbände. Die Zucht- und Besamungsunion Hessen (ZBH) hat 2019 zudem eine umfangreiche Dachsanierung der Hessenhalle geschultert.

Unter Beachtung der Corona-Auflagen fand am 17. Juni in der Hessenhalle Alsfeld die Mitgliederversammlung der Zucht- und Besamungsunion Hessen (ZBH) und des Hessischen Verbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht (HVL) statt. Dort erläuterte die ZBH-Führung um ihren Vorstandsvorsitzenden Horst Kaisinger, Geschäftsführer Rudi Paul und den Aufsichtsratsvorsitzenden Emil Funk den Landwirten Trends, Entwicklungen und Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Dieses schließt mit einem Bilanzverlust von von 71 000 €, was unter anderem mit strukturwandelbedingten Umsatzrückgängen und außerordentlichen Aufwendungen für die Sanierung des Hallendachs zusammenhängt.

So ist die Zahl der Milchkühe in Hessen auf etwas mehr als 131.000 zurückgegangen (–2,5%), von denen 115 500 Kühe in 1574 Betrieben unter Milchkontrolle standen und 86.500 im Herdbuch (HB) eingetragen waren. Wie Rudi Paul erklärte, kommen zu dem Milchrassen landesweit noch knapp 43.700 Mutterkühe (-0,5%). Bei den Fleischrassen wird aber nur etwa jeden siebte Kuh im Herdbuch geführt. 2743 Mitgliedsbetriebe treten bei der ZBH regelmäßig als Besamungskunden in Erscheinung. 1101 Betriebe davon halten Herdbuch-Milchkühe, 547 züchten Fleischrinder.

Der hessische MLP-Durchschnittsbetrieb hält mittlerweile 74 Milchkühe, erklärte HVL-Geschäftsführerin Dr. Sonja Kleinhans. Die Kühe erreichten trotz des trockenen Sommers 2019 eine Jahresdurchschnittsleistung über von 8742 kg Milch (+132 kg) mit 4,12 % Fett und 3,46 % Eiweiß.

Umsatzeinbußen verzeichneten die ZBH bzw. ihre für das operative Geschäft zuständige Tochter Qnetics im Besamungsgeschäft: 409.000 verkaufte Spermaportionen bedeuten -5,6%. Abstriche gab es auch im Zuchtviehabsatz. Dort wurden 8300 Tiere vermarktet (–21,5%). Der hohe Rückgang hängt laut ZBH unter anderem mit den Vermarktungsbeschränkungen durch die Blauzungenfälle in benachbarten Bundesländern im Südwesten Deutschlands zusammen, durch die große Teile Hessens in Restriktionsgebieten lagen.

Mehr zur Entwicklung der Rinderzuchtorganisation lesen Sie im Wochenblatt-Ausgabe 26 am 25. Juni.


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