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Grüne Woche 2019

Digitalisierte Landwirtschaft: Merkel betont die Chancen

Bundeskanzlerin Angela Merkel skizziert im Umfeld der Grünen Woche in Berlin die Chancen digitaler Prozesse für die Landwirtschaft – und kündigt Leitplanken für den Weg in die smarte Landwirtschaft an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin: „Eine Welt ohne Hunger ist möglich.“

Agrarminister aus mehr als 70 Ländern waren erschienen und lauschten geduldig, als Bundeskanzlerin Angela Merkel am vergangenen Freitag die großen Linien auf dem Weg in die smarte Landwirtschaft zog. Die Bundeskanzlerin bezeichnete die Digita­lisierung im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) als Riesenchance für die Branche.

Nach ihrer Ansicht kommen neue Technologien und digitale Prozesse wie gerufen, um sorgsamer und effizienter Nahrungsmittel für immer mehr Menschen auf der Welt zu produzieren. „Digital macht individuell, das gilt für Menschen, aber auch für Pflanzen“, erläuterte Merkel und spielte damit auf neue Möglichkeiten an, einzelne Pflanzen mittels Bild­algorithmen und Precision-Farming-Lösungen individuell zu behandeln.

Welt ohne Hunger?

„Wir brauchen Innovationen“, forderte Merkel mit Blick auf die weltweit bald 10 Mrd. Menschen. „Eine Welt ohne Hunger ist möglich.“ Gerade in Afrika sind ihrer Ansicht nach moderne, regional angepasste Methoden gefragt, um Erträge zu steigern und Wertschöpfung vor Ort zu halten, seien es Preisvergleiche und Wetterdaten auf dem Smartphone oder digitale Portale für die Direktvermarktung.

Auch in Deutschland seien digitale Technologien geeignet, um beispielsweise dem Insektensterben entgegenzutreten. Dies gilt ihrer Ansicht nach sowohl für kleine, mittlere und große Betriebe. Auch könnten landwirtschaftliche Berufe durch die Digitalisierung attraktiver werden. Bis zum Jahr 2025 werde jede zweite Kuh im Nordwesten Europas von Robotern gemolken, prognostizierte Merkel. Schon heute erleichterten Farmmanagementsysteme den Alltag auf vielen Betrieben.

Voraussetzung für die Teilhabe Deutschlands an der smarten Landwirtschaft ist der Aufbau einer digitalen Infrastruktur. Merkel räumte ein, dass rein marktwirtschaftliche Ansätze beim flächendeckenden Ausbau von schnellem Internet an ihre Grenzen stoßen. Sie kündigte staatliche Unterstützungsmaßnahmen für den Ausbau an und versprach einen rechts­sicheren Rahmen für die Hoheit über die anfallenden Daten. Notwendig sei eine Diskussion über Regeln und Standards rund umdie neuen Prozesse, Technologien und Geschäftsmodelle.

„Wir müssen eine neue Wettbewerbsordnung für den Datenbereich schaffen“, skizzierte die Kanzlerin den Kurs und ordnete ein: „Denn wer die Daten hat, kann am Ende die Preise bestimmen.“

Klimawandel als Aufgabe

Als zentrale ökologische Herausforderung unserer Zeit bezeichnete Merkel den Kampf gegen den Klimawandel. Die Dürre des vergangenen Jahres unterstreiche

die Bedeutung eines entschlossenen Vorgehens im Rahmen der multilateralen Zusammenarbeit. Richtschnur bleibt dabei für sie das Pariser Klimaabkommen, laut dem der Temperaturanstieg in den kommenden Jahren auf nicht mehr als 1,5 °C begrenzt werden soll.