Pflanzenbau aktuell

Getreide: Kürzen und schützen

20. April 2021 - Hinweise der Landwirtschaftskammer NRW zum Pflanzenschutz für diese Woche.

Die in diesem Jahr kühle und oft feuchte Witterung lässt das Getreide nur langsam wachsen. Jetzt – mit dem Eintritt in den Langtag und der langsamen Erwärmung – wird aber deutliches Wachstum eintreten. Die Witterung hat nur wenig Infektionen zugelassen, sodass das Getreide meist gesund ist.

Gerste: Die Gerste ist aktuell unterschiedlich weit entwickelt. Auf schweren, nassen Standorten, die erst spät und vor allem mit Gülle gedüngt wurden, befindet sie sich oft noch in BBCH 29 bis Anfang Schossen. In wärmeren Lagen und bei guter Stickstoffversorgung erreichen die Pflanzen dagegen schon BBCH 32/33 – und schieben das zweitletzte Blatt.

Durch das verhaltene Wachstum sind viele Bestände gut ausdifferenziert. Vielfach haben sich nur kräftige Haupt- und Nebentriebe gebildet, zu hohe Bestandesdichten sind selten. In weiten Beständen, besonders dort, wo organisch gedüngt wurde, kann die Gerste zügig fertig gedüngt werden.

Landwirte sollten Wachstumsreglerbehandlungen nun zügig durchführen – allerdings nur bei ausreichend warmer Witterung (über 14 °C und sonnig) am Tag der Behandlung sowie an den folgenden Tagen. In den meisten Fällen ist die Einkürzung wohl erst zum Wochenende, bei dann hoffentlich warmer Witterung, möglich.

Besonders auf leichten Standorten sollten die Aufwandmengen nicht zu hoch (um 0,25 bis 0,35 l/ha Moddus oder vergleichbare Produkte, bzw. um 0,3 bis 0,4 l/ha Prodax) sein. Viele Bestände zeigen eine gute natürliche Standfestigkeit – zudem könnte die Gerste durch das verzögerte Wachstum kleiner bleiben.

In sehr weit entwickelten Beständen, wenn nur noch 1,5 Blätter kommen, hat Medax Top Vorteile. Hierbei müssen Anwender die Aufwandmenge aber extrem – von 0,4 bis 1,0 l/ha – an Witterung, Bestandesdichte und Sorte anpassen. Höhere Mengen von 0,8 l/ha + 0,8 l/ha Turbo sind bei kühler Witterung um 13 °C zu empfehlen. Ab 18 °C dürfen Landwirte die Aufwandmenge um mindesten 30 % reduzieren.

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