"Die Stimme fürs Land"

Landbrief: Wir starten ein neues Medienformat

Aus Großstadtredaktionen betrachtet ist das Leben auf dem Land wahlweise idyllisch oder öde. Die spannende Wahrheit dazwischen nehmen wir in den Blick: mit unserem neuen digitalen „Landbrief“.

Ob Digitales, Garten oder Energie, ob ländliche Infrastruktur, Ehrenamt oder Dorfkultur: Wer auf dem Land wohnt, hat besondere Fragen, beson­dere Themenwünsche und besondere Interessen. Um diese Themen kümmert sich jetzt ein neues Medienformat aus der Wochenblatt-Familie. Wir nennen es: „Landbrief“.

Das neue Medienformat wird ausschließlich digital erscheinen. Es wird Folgendes bieten:

  • Der Landbrief soll regelmäßig und verlässlich über Themen infor­mieren, die auf dem Land, in den Dörfern und Kleinstädten, in der ländlichen Bevölkerung von besonderer Aktualität und Bedeutung sind.
  • Der Landbrief ist kein schnell am Rechner zusammengebastelter Newsletter, wie es sie zu Tausenden gibt. Sondern: Er ist ein Brief. Er greift also eine allseits bekannte und persönliche Form der Mitteilung auf und interpretiert sie neu: journalistisch und digital.
  • Der Landbrief kommt jeden Mittwoch per E-Mail. Es gibt ihn also nicht gedruckt, sondern – wie gesagt – ausschließlich digital. So können Sie ihn lesen, wann Sie mögen und wo Sie gerade sind: auf dem Rechner im Büro, auf dem Tablet oder Smartphone auf der Terrasse, im Wohnzimmer, in einer Arbeitspause oder unterwegs.
  • Der Landbrief ist unabhängig und kommt ohne Werbung aus. Er ist derzeit für Sie ohne weitere Kosten zu beziehen.

So sieht unser neuer Landbrief auf Ihrem Smartphone aus. (Bildquelle: Landbrief.de)

Warum "Landbrief"?

Bislang existiert kein Medium, das aus dem Land, mit dem Land und für das Land spricht, das also aus einer regionalen, ländlichen Perspektive die großen Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur aufgreift und beleuchtet. Wer sollte das auch tun?

Viele Tageszeitungen leiden unter Auflagenschwund und ziehen sich aus der Fläche zurück. Lokalredaktionen werden zusammengelegt, manche sogar ganz aufgelöst. Wenn es dann doch irgendwo brennt, wird nicht selten ein freier Mitarbeiter „rausgeschickt“, wie es bezeichnenderweise in den Redak­tionen heißt.

Und die großen sogenannten Leitmedien – egal, ob gedruckt, gesendet oder online verbreitet? Aus deren Sicht scheint sich das wahre Leben in den Metropolen abzuspielen: in München, Hamburg, Berlin, Frankfurt oder Köln.

In den urbanen Redaktionsbüros ist das Interesse am „Land“ und seinen „Leuten“, an der Bevölkerung auf den Höfen, in den Dörfern und Kleinstädten nicht besonders ausgeprägt. (Falls Sie dazu mehr erfahren möchten: Welches Bild vom Landleben zeichnen Journalisten? – Zu dieser Frage hat der Wochenblatt-Redakteur Gisbert Strotdrees 2019 eine ausführliche Hintergrundrecherche angestellt, auf einer Tagung an der Universität Göttingen vorgestellt und im Fachmagazin "Message online – Zeitschrift für internationalen Journalismus"veröffentlicht.)

Worüber wir schreiben

Dabei mangelt es nicht an Themen. Wir werden in den nächsten Landbriefen unter anderem über diese Fragen berichten:

  • Einstürzende Windräder – oder: Warum der TÜV nicht für die ­Kontrolle aller Windkraftanlagen zuständig ist.
  • Die Geburtsstationen im ländlichen Raum schließen – oder: „Schaffen wir es noch rechtzeitig bis zur nächsten Klinik?“
  • Ampel gut, alles gut? – oder: Was der ländliche Raum von einer neuen Koalition erwarten kann.
  • Laientheater statt Elbphilharmonie – oder: Warum Kultur als Identitätsfaktor für den ländlichen Raum so wichtig ist.

„Wie erhalte ich den Brief?“

Auf unserer neuen Internetseite www.landbrief.de können Sie sich kostenfrei anmelden. Dann bekommen Sie den Landbrief immer mittwochs per E-Mail zugeschickt.

Und wenn Ihnen diese Idee gefällt, dann freuen wir uns, wenn Sie sie weitersagen: per E-Mail, Whats­app, Facebook, Twitter, Instagram und anderen digitalen Kanälen – oder ganz „analog“, im persön­lichen Gespräch mit Familie, Freunden, Nachbarn, Berufskolleginnen und -kollegen.

Wer schreibt Ihnen den Landbrief?

Marit Schröder, Redakteurin. (Bildquelle: F. Schildmann)

Marit Schröder: „Das Land habe ich erst geliebt (als Kind), dann gehasst (als Teenie) und schließlich zu meiner beruflichen und privaten Heimat erkoren. Aufgewachsen auf einem norddeutschen Bauernhof, wollte ich nach dem Abi schnell raus aus der Provinz. Berlin oder New York sollten es mindestens sein. Geworden ist es Osnabrück, dann Göttingen. Zum Glück, denn dort habe ich meine ländlichen Wurzeln neu entdeckt. Ich habe in und zu ländlichen Räumen geforscht, schließlich zur Daseinsvorsorge im Landkreis Diepholz ­promoviert. Als Redakteurin beim Wochenblatt beschäftige ich mich seit vier Jahren mit Agrar­politik und ländlicher Entwicklung. Mit meiner ­Familie lebe ich mittlerweile auf einem Resthof im Münsterland. Und was soll ich ­sagen? Noch lieben meine Kinder das Landleben!”

Gisbert Strotdrees, Redakteur. (Bildquelle: F. Schildmann)

Gisbert Strotdrees: „Seit über drei Jahrzehnten arbeite ich als Redakteur beim Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben. Dort kümmere ich mich um zwei Themenfelder: Zum einen habe ich viele Artikel zu historisch-landeskundlichen Themen veröffentlicht. Daraus sind einige Bücher entstanden, zuletzt ,Tatort Dorf – Kriminalfälle vom Land' und ,Im Anfang war die Woort – Flurnamen in Westfalen'. Zum anderen interessiere ich mich für die Gegenwart auf dem Land, für den Wandel in den Dörfern, nachzulesen in Reportagen und Hintergrundberichten – zuletzt über die neue Biotechnologie CRISPR/Cas, über die Unterwanderungsstrategien rechter Gruppierungen in ländlichen Vereinen oder auch über Zukunftsideen für Dörfer.“

www.landbrief.de

Leitmedien über das Land: Zwischen Landlust und Randfrust?
Welches Bild vom Landleben zeichnen Journalistinnen und Journalisten in deutschen Leitmedien? Zu dieser Frage hat Wochenblatt-Redakteur Gisbert Strotdrees an der Universität Göttingen 2019 eine ausführliche Recherche vorgestellt und anschließend im Medien-Fachmagazin "Message online – Zeitschrift für internationalen Journalismus" publiziert. Der Titel des Aufsatzes lautet: Zwischen Landlust und Randfrust - Mediale Dorfbilder der Gegenwart.