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Geld und Finanzen

Finanztipps für Frauen

Beim Thema Geld dürfen sich Frauen nicht auf die Ehemänner verlassen. Sie müssen sich selbst um ihre Altersvorsorge kümmern. Hier sind ein paar kleine Tipps mit großer Wirkung.

Beim Sparen gilt: Auch Kleinvieh macht Mist.

Beim Thema Geld und Finanzen sind Frauen ziemlich blauäugig. Dabei wird der Ruf von Finanzexperten lauter und der Ton in den Medien rauher: Frauen müssen sich selbst absichern und sich aktiv vor Altersarmut schützen. Ein Mann ist keine Altersvorsorge. Das hört man immer wieder. Doch irgendwie kommt sie Botschaft bei den Frauen nicht an. "Beinahe die Hälfte aller Frauen fühlen sich durch eine Lebensversicherung oder durch das Vermögen ihres Mannes gut abgesichert“, weiß Beate Dünnebacke. Die Dipl.-Betriebswirtin aus Hagen war am Montag als Gastrednerin bei den Landfrauen im Kreis Steinfurt/Tecklenburger Land. Mit ihrem Impulsvortrag zeigte sie, dass Finanzen kein Hexenwerk sind.

Zum Sparen ist es nie zu spät

Dass Frauen ins Stocken geraten, wenn es um so wichtige Dinge wie Geld und Altersvorsorge geht, hat Gründe. Mit 20 denken Frauen an alles, nur nicht an die Rente. Mit 30 steht die Familienplanung ganz oben auf der Hitliste des Alltags. Dann dreht dieser sich lange Zeit um Kinder und Familie und mit Ende 40/Anfang 50 kommt das große Erwachen. Dann realisiert eine Frau, dass sie sich nicht um ihre Finanzen gekümmert hat und denkt: "Jetzt ist es zu spät". Irrtum. "Zum Sparen ist es nie zu spät", betont Beate Dünnebacke.

Hierzu sollten sich Frauen klar machen, dass sie selbst mit 50 noch statistisch mehr als 30 Lebensjahre vor sich haben, in denen sie Geld brauchen. Allein fürs Alter müssen sie sich etwas auf die hohe Kante packen. Wo soll das Geld herkommen? Antwort: Es ist meist schon da. Ein Haushaltsbuch zeigt es.

Ein Haushaltsbuch hilft sparen

Ein Haushaltsbuch listet Einnahmen und Ausgaben auf und zeigt, für was das Geld ausgegeben wird. Bestimmte Ausgaben müssen sein, aber manche nicht. Zum Beispiel gibt man häufig kleine Summen wie für den täglichen Kaffee oder für belegte Brötchen aus: Hier 2,50 €, da 2,50 €. Das summiert sich. Für den täglichen Cappuchino (2,50 €) kommen in 30 Jahren mehr als 27.000 € zusammen. Diese Summe lässt sich sehr gut sparen bzw. anlegen.

Geldanlage: keine Anlage kann alles

Anlegen sollte man sein Geld, um es zu vermehren. Die Frage ist bei einer Nullzinspolitik nur, wie. Leider gibt es keine Anlage, die zugleich einen hohen Ertrag, eine schnelle Verfügbarkeit und eine hohe Sicherheit bietet.

Ist das Geld täglich verfügbar, wie auf dem Girokonto, leidet der Ertrag. Ein hoher Ertrag geht wiederum mit einem hohen Risiko einher. Deswegen sollte man als Laie nie in nur eine Aktie investieren. Fonds sind sicherer. Um die passende Sparanlage für sich zu finden, ist es wichtig, sich Gedanken über seine Sparziele zu machen. Sind diese kurz-, lang- oder mittelfristig? Soll auf eine Reise, ein Auto oder die eigene Immobilie gespart werden?

Frauen können ihre eigene Finanzstratgie mithilfe des Stufenmodells entwickeln. So bleiben sie flüssig und bauen sich trotzdem ein finanzielles Polster auf.

  • Stufe 1 (maximal ein Monatsnettoeinkommen): Girokonto zur Abwicklung aller Ein- und Auszahlungen im Alltag.
  • Stufe 2 (2 bis 3 Monatseinkommen): Sparbuch oder Tagesgeldkonto für Rücklagen für größere Ausgaben wie Renovierungen oder kurzfristige Anschaffungen
  • Stufe 3 (5 bis 10 % des monatlichen Bruttoeinkommens): Fonds, Spareinlagen für größere Anschaffungen
  • Stufe 4 (alles, was Stufe 3 übersteigt): Renten- und Aktienfonds, Immobilien zum Aufbau der Altersvorsoge

Bevor es an den Vermögensaufbau geht, müssen ersteinmal laufende kleine Kredite (nicht für die Immobilie) bedient werden und Grundrisiken wie Erwerbsunfähigkeit abgesichert werden.