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Landwirtschaftliche Ausbildung

Digital in der Ausbildung

Wie die Digitalisierung die landwirtschaftliche Ausbildung beeinflusst, war Thema bei der Ausbildertagung auf Gut Havichhorst. Neben Erfahrungsberichten aus der Praxis bekamen die Teilnehmer Impulse aus einer anderen Branche.

Digitale Anwendungen gehören im betrieblichen Alltag meist dazu.

Der eine Betriebsleiter arbeitet mit digitaler Ackerschlagkartei, schwört auf die Iso-Bus-Systeme in der Landtechnik und managt die Herde per Software. Der andere stellt die Säemaschine noch ausschließlich per Hand ein und sammelt alle Daten im Aktenordner. Zwischen diesen Extremen spielt sich heute die landwirtschaftliche Ausbildung ab.

Wie die Digitalisierung die Lehre beeinflusst, war Thema bei der Ausbildertagung auf Gut Havichhorst in Münster. Knapp 70 Ausbilder, Berater und Lehrkräfte waren der Einladung der Landwirtschaftskammer und der Landjugend gefolgt.

Knapp 70 Ausbilder, Berater und Lehrkräfte kamen nach Havichhorst.

Digitale Fähikgeiten

Die Landtechnik wird in Zukunft nicht mehr größer, sondern smarter und autonomer. „Das heißt aber nicht, dass sie keinen Bediener mehr braucht. Der Bediener braucht digitale Fähigkeiten“, sagt der Ingenieur. Die Ausbilder sollten sich davor nicht verschließen und darin eine Chance sehen.

Tobias Roeren-Wiemers,rechts, und sein ehemaliger Azubi Markus Tegethoff berichten über ihre Erfahrungen.

Das meint auch Hermann Brunken von der DEULA in Warendorf. Zwar seien die Azubis meist nur ein Jahr auf dem Betrieb, dennoch soll die Ausbildung die Grundlage für die nächsten 40 Jahre Arbeitsleben legen. Das kann Ausbilder und Azubi überfordern. Daher ist eine enge Vernetzung zwischen Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung wünschenswert.

Blick in andere Branche

Wie das gehen kann, zeigten zwei Vertreter aus dem Tischlerhandwerk. Gemeinsam mit dem Berufsschullehrer Roger Pfandhöfer stellten der Tischlermeister Sebastian Bächer das Kooperationsprojekt „digiTS“ vor. Es steht für Digitale Technologien in der Tischlerausbildung.

Tischlermeister Sebastian Bächer zeigt ein Longboard, was die Tischler-Azubis digital konstruiert haben.

Dabei wird ein Möbelstück in der Berufsschule entworfen und als 3D-Modell gezeichnet. Mit diesen Daten wird dann bei der überbetrieblichen Ausbildung mittels 3D-Drucker, CNC-Fräse und Lasercutter das Möbelstück gefertigt. Die Lehrlinge durchlaufen so die gesamte digitale Prozesskette. „Wir selektieren vorher nicht nach der Leistungsfähigkeit. Jeder Azubi soll herangeführt werden“, betont Roger Pfandhöfer. „Die Azubis tragen so Knowhow in die Betriebe mit rein“, ergänzt Sebastian Bächer.

Doch wichtig für das Gelingen des Projektes sind qualifizierte Lehrkräfte und der Wille zur Kooperation zwischen Schule, Betrieb und überbetrieblicher Ausbildung. Denn die Digitalisierung hört nicht in Zukunft auf oder um es mit den Worten von Sebastian Bächer zu sagen: „Es reicht nicht eine Schulung und du bist digital.“