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Osteoporose baut Knochen ab

Wird Knochensubstanz krankhaft porös, hilft gezieltes Muskeltraining. Erfahren Sie, was sonst noch nützt, um die Knochendichte zu erhöhen.

Insbesondere Frauen erkranken im Alter an Knochenschwund. Ihr Risiko für Knochenbrüche ist stark erhöht. Foto: Fotolia/Lisa F. Young

Renate ist 72 Jahre alt und liebt es, an schönen Tagen in ihrem Gemüsegarten zu arbeiten.

An einem heißen Sommertag nimmt sie die Gießkanne in die Hand und möchte mal wieder die durstigen Pflanzen wässern als es passiert. Sie stolpert über die Beetumrandung und fällt der Länge nach ins Salatbeet.

Als sie bemerkt, was passiert ist, spürt sie sofort die Schmerzen in ihrem Handgelenk und in ihrer Hüfte. Ihr Mann eilt zur Hilfe. Beide müssen nur einen kurzen Blick auf Renates Handgelenk werfen, als klar wird, dass es gebrochen sein muss. Renate kann nicht aufstehen. Ihr Bein ist verdreht.

Im Krankenhaus wird Renate geröntgt und der Verdacht bestätigt. Die rechte Hand ist gebrochen und an der linken Hüfte der Oberschenkelhals. Die Seniorin ist geschockt: Es war doch nur ein kleiner Sturz! Der Arzt erkennt auf dem Röntgenbild gleich, wieso es zu solch schwerwiegenden Verletzungen gekommen ist. Renate leidet an Osteoporose.

Bei der Osteoporose werden die Knochen mürbe. Sogar ein Laie kann dies manchmal auf einem Röntgenbild erkennen. Gesundes, dichtes Knochengewebe stellt sich auf dem Röntgenbild weiß dar. Leidet ein Mensch an Osteoporose, wird der Knochen dünner und poröser. Er erscheint auf dem Röntgenbild grau.

Calcium und Vitamin D

Männer und Frauen können an Osteoporose erkranken. Allerdings sind Frauen sehr viel häufiger betroffen, besonders nach der Menopause. In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke die Produktion des weiblichen Hormons Östrogen ein. Dieses schützt die Frau eigentlich vor Osteoporose.

Ein weiterer Risikofaktor ist der Mangel an Vitamin D und Calcium. Vitamin D ist vor allem in Fisch enthalten. Man müsste allerdings jeden Tag ca. ein Pfund Fisch verspeisen, um den Bedarf an Vitamin D zu decken. Der Körper produziert selbst Vitamin D, wenn die Haut mit Sonnenlicht in Kontakt kommt. Demnach ist die Vitamin D-Produktion im Winter deutlich geringer als im Sommer.

Calcium wird normalerweise ausreichend über die Nahrung aufgenommen. Es sorgt dafür, dass die Knochen fest werden. Vitamin D wird allerdings als „Helfer“ benötigt, damit das Calcium gut aufgenommen und im Knochen aufgenommen werden kann.

Ein weiterer wichtiger Faktor für starke Knochen sind kräftige Muskeln. Durch den Druck und Zug der sich anspannenden Muskulatur entwickelt sich ständig ein leichter Druck auf den Knochen. Dieser regt die Knochenzellen an, Knochensubstanz aufzubauen. Da die Muskelkraft im Alter oft nachlässt, erklärt sich auch, dass die Erkrankungsrate im höheren Alter ansteigt.

Die Osteoporose entwickelt sich schleichend. Viele Patienten erfahren erst von der Erkrankung, wenn sie einen Knochenbruch erleiden, wie in unserem Beispiel Renate. Manche haben zuvor leichte Knochenschmerzen und ein Ziehen im Rücken. Das ist allerdings eher unspezifisch und wird von vielen Patienten als altersbedingte Wehwehchen gesehen.

Wichtig: Muskeln stärken

Ein sehr wichtiger Aspekt ist die Bewegung. Durch gezieltes Muskeltraining kann die Knochendichte erhöht werden. Dieses Muskeltraining sollte von Physiotherapeuten oder Sportlehrern angeleitet werden. Zweimal wöchentlich sollte für mindestens 45 Minuten trainiert werden.

Einige Physiotherapie-Praxen bieten ein gezieltes Sturz-Präventions-Programm an. Hier werden Koordination, Balance und Kraft gezielt trainiert. Außerhalb dieser Trainingszeiten können Sie auch etwas tun. Schnelles Gehen, Treppe steigen und Wandern sind gute sportliche Aktivitäten. Vermeiden Sie sturzgefährdende Sportarten wie Skifahren, Rennradfahren oder Ball- und Mannschaftssportarten. Hierbei ist das Risiko eines Knochenbruchs zu groß.

Renate erholt sich von ihrem Sturz und genießt den Sommer im Schatten ihres Gartens. Sie sieht ihrem Mann zu, wie er die Beetumrandung entfernt. Nächsten Sommer wird die Seniorin wieder selbst die Pflanzen pflegen. Die Ernährung hat sie umgestellt, Stolperfallen in Haus und Garten entfernt und in den Fluren leuchten nachts kleine Nachtlichter. Außerdem geht sie zweimal in der Woche zum Training, um ihre Muskeln zu stärken. Svenja Roer