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Mama, mein Bett ist nass!

Bettnässen ist eine körperliche und seelische Belastung nicht nur für das betroffene Kind. Oft leidet die ganze Familie. Zwei einfache Maßnahmen können helfen.

Damit Kinder ihre Blase entspannt entleeren können, sollten sie ihre Füße aufstellen können. Zeichnung: Initiative Trockene Nacht (www.initiative-trockene-nacht.de)



Lassen sich organische Ursachen ausschließen und ist das Kind am Tage zuverlässig trocken, bestehen gute Voraussetzungen für eine Therapie. Jüngere Grundschulkinder allerdings, die sich an ihrer nächtlichen Windel noch nicht stören und die nicht auswärts übernachten, sollte man nicht mit aktiven Therapieversuchen bedrängen. Bewahren Sie Ruhe und warten ab, bis das Kind entsprechende Signale gibt. Kinder, die unter dem nächtlichen Einnässen leiden und motiviert sind, etwas zu ändern, halten eine Behandlung besser durch.

Mit zwei relativ einfachen Maßnahmen wird bereits ein Teil der Kinder nachts trocken:

Regelmäßig Wasser lassen: Wichtig ist, dass Ihr Kind tagsüber regelmäßig Wasser lässt. In der Verhaltenstherapie lernt es, seine Blase fünf- bis sechsmal über den Tag verteilt vollständig zu entleeren. Eltern können mit kleinen Anreizen dafür sorgen, dass ihr Kind gern auf die Toilette geht. Toi­lettengänge lassen sich beispielsweise mit lustigen Stickern, die auf einen Blasentrainingsplan geklebt werden, oder mit kleinen Belohnungen positiv verstärken.

Nach Plan trinken: Bewährt haben sich auch Trink­regeln, wie die 6-Becher-Regel. Die besagt, dass sechsmal über den Tag verteilt jeweils 150 bis 200 ml getrunken werden sollen. Außerdem ist die Trinkmenge so zu verteilen, dass möglichst drei Viertel der Tagesmenge vor 17 Uhr getrunken wird. Unmittelbar vor dem Zu-Bett-Gehen soll das Kind noch einmal die Toilette aufsuchen. Bei Kindern, die schon einzelne trockene Nächte haben, hat es sich bewährt, einen Kalender zu führen, in dem trockene Nächte vermerkt werden. Auch hier verstärken kleine Belohnungen für trockene Nächte die Motivation. Dr. med Anne Schulze Everding, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugenderkrankungen