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Wildschaden im Mais: Mitschuld? Digital Plus

Unser Jagdpächter will keinen Wildschaden auf Maisflächen bezahlen. In diesem Jahr wurde nun erstmals Mais angebaut. Der Jagdpächter hat dem Landwirt einen Zaun zur Verfügung gestellt, den dieser aufstellte. Allerdings hat er dabei mehrere Wildschweine „eingesperrt“. Es dauerte rund drei Wochen, bis die Tiere nach mehreren Treib- und Ansitzjagden die Fläche verlassen hatten. Den entstandenen Wildschaden hat der Landwirt nun angemeldet. Doch trägt er durch das Einzäunen eine Mitschuld?

Nach dem Inhalt des Jagdpachtvertrages hat der Jagdpächter die Wildschadenshaftung an landwirtschaftlichen Flächen in vollem Umfang übernommen. Silomais ist keine Sonderkultur im Sinne von § 32 Bundesjagdgesetz, sodass der Jagdpachtvertrag diesbezüglich keine Haftungsbeschränkung enthält. Ob einem Landwirt ein anspruchsverkürzendes Mitverschulden trifft, wenn

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Nach dem Inhalt des Jagdpachtvertrages hat der Jagdpächter die Wildschadenshaftung an landwirtschaftlichen Flächen in vollem Umfang übernommen. Silomais ist keine Sonderkultur im Sinne von § 32 Bundesjagdgesetz, sodass der Jagdpachtvertrag diesbezüglich keine Haftungsbeschränkung enthält. Ob einem Landwirt ein anspruchsverkürzendes Mitverschulden trifft, wenn er einen Maisschlag mit einem ihm vom Jagdpächter zur Verfügung gestellten Zaun einzäunt und dabei versehentlich bereits im Mais befindliche Wildschweine mit einsperrt, ist eine Tatfrage, die von hier aus für den geschilderten Fall nicht abschließend beurteilt werden kann. Maßgeblich dürfte es für die Feststellung eines etwaigen Mitverschuldens darauf ankommen, ob der Landwirt wusste oder bei gehöriger Sorgfalt hätte wissen können, dass noch Sauen im Maisschlag steckten, als er diesen einzäunte. Auch die Größe des Maisschlages und die sonstigen örtlichen Verhältnisse könnten dabei eine wesentliche Rolle spielen. Nach den Schilderungen war es ohnehin sehr schwierig, die Wildschweine aus dem Maisschlag he­r­auszubekommen. Deshalb dürfte ein Mitverschulden des Landwirtes an der Entstehung des Wildschadens nur schwer zu beweisen sein.