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Muss Jagdpächter Mufflons erlegen? Digital Plus

In unserem gemeinschaftlichen Jagdbezirk hat sich ein größerer Muffelwildbestand angesiedelt. Zumindest ein Teil der Tiere stammt aus einem Gehege des Jagdpächters und wurde von ihm freigelassen. Die Tiere verursachen zunehmend Verbissschäden. Da die Mufflons in unserer Gegend keine heimische Wildart sind, hat unsere Jagdgenossenschaft beschlossen, dass der Jagdpächter die Mufflons erlegen soll. Ist der Jagdpächter verpflichtet, dieser Aufforderung nachzukommen und muss die Untere Jagdbehörde für die Umsetzung des Beschlusses sorgen?

Ein Beschluss der Jagdgenossenschaft allein reicht nicht aus, um den Jagdpächter zur Erlegung des Muffelwildes zu verpflichten. Zudem gibt Ihre Anfrage Grund zu der Annahme, dass bereits das seinerzeitige Freisetzen dieser Wildart nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprochen hat. Der Bundesgesetzgeber hat bestimmt, dass das Aussetzen fremder und weiterer Tierarten durch die Länder beschränkt oder verboten werden kann. Nordrhein-Westfalen hat im Landesjagdgesetz insofern den Vorbehalt formuliert, dass das Aussetzen fremder Tierarten und von Schalenwild in der freien Wildbahn nur mit schriftlicher Genehmigung der Obersten Jagdbehörde zulässig ist. Auch das Aussetzen weiterer Tierarten in der freien Wildba

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Ein Beschluss der Jagdgenossenschaft allein reicht nicht aus, um den Jagdpächter zur Erlegung des Muffelwildes zu verpflichten. Zudem gibt Ihre Anfrage Grund zu der Annahme, dass bereits das seinerzeitige Freisetzen dieser Wildart nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprochen hat. Der Bundesgesetzgeber hat bestimmt, dass das Aussetzen fremder und weiterer Tierarten durch die Länder beschränkt oder verboten werden kann. Nordrhein-Westfalen hat im Landesjagdgesetz insofern den Vorbehalt formuliert, dass das Aussetzen fremder Tierarten und von Schalenwild in der freien Wildbahn nur mit schriftlicher Genehmigung der Obersten Jagdbehörde zulässig ist. Auch das Aussetzen weiterer Tierarten in der freien Wildbahn zum Zwecke der Einbürgerung in Jagdbezirken ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Unteren Jagdbehörde zulässig (§ 31 Abs. 2 und 3 LJG NRW). Ob die entsprechende Genehmigung seinerzeit eingeholt worden ist, können wir Ihrer Anfrage nicht entnehmen. Nunmehr geht es darum, das ausgesetzte Muffelwild im Bestand zu beschränken bzw. nach Beschlussfassung der Hauptversammlung gänzlich zu erlegen. Auch hierbei ist jedoch die Einschaltung der Unteren Jagdbehörde erforderlich. Insofern besagt bereits das Bundesjagdgesetz, dass das Schalenwild, mit Ausnahme von Schwarzwild, nur aufgrund und im Rahmen eines Abschussplanes erlegt werden darf, der von der zuständigen Behörde im Einvernehmen mit dem Jagdbeirat zu bestätigen oder festzusetzen ist. In gemeinschaftlichen Jagdbezirken ist der Ab­schuss­plan vom Jagdausübungsberechtigten im Einvernehmen mit dem Jagdvorstand der Genossenschaft aufzustellen (§ 21 Abs. 2 BJG). Der Abschuss des Wildes ist dabei so zu regeln, dass die berechtigten Ansprüche der Land- und Forstwirtschaft auf Schutz gegen Wildschäden voll gewahrt bleiben sowie die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege berücksichtigt werden. Aufgrund des derzeitigen Überbesatzes des Muffelwildbestandes halten wir die Neuaufstellung des Abschussplanes für den verpachteten Bezirk ebenfalls für erforderlich. Die Aufstellung ist von Ihrem Jagdpächter im Einvernehmen mit dem Vorstand vorzunehmen. Sollte Ihr Pächter zukünftig den Abschussplan für Schalenwild nicht erfüllen, so kann die Untere Jagdbehörde die Erfüllung nach den Vorschriften des Verwaltungsvollstreckungsgesetzes durchsetzen (§ 22 Abs. 12 LJG NRW). (Folge 23-2019)