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Beweissicherung bei Wildschäden Digital Plus

Im Beitrag „Wildschäden verhindern“ in Folge 7 wurde das „selbstständige Beweisverfahren“ angesprochen. Dazu habe ich eine Frage: Im vergangenen Herbst hatte ich einen Wildschaden fristgerecht bei der Gemeindeverwaltung gemeldet. Ein Ortstermin hat schnell stattgefunden, ein weiterer soll folgen. Hinsichtlich der späteren Schadensfeststellung habe ich allerdings Bedenken, weil der Schätzer ein jagdausübender Berufskollege ist. Wie sieht es da mit den Interessenkonflikten aus?

Bei einem selbstständigen Beweisverfahren handelt es sich um eine Beweissicherung, die zunächst einmal unabhängig von der Durchführung eines Klageverfahrens ist. Auch für Wildschadensangelegenheiten ist die Durchführung eines selbstständigen Beweisverfahrens nicht selten eine sinnvolle Möglichkeit, eine kurzfristige Beweissicherung zu erreichen. Schließlich kann das eingetretene Schadensbild etwa durch Ernte, Anschlussbewirtschaftung oder Witterungseinflüsse verloren gehen, bevor es in einem Rechtsstreit zu einer Beweisaufnahme gekommen ist.

Während den Stellungnahmen der von den Parteien privat beauftragten...

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Bei einem selbstständigen Beweisverfahren handelt es sich um eine Beweissicherung, die zunächst einmal unabhängig von der Durchführung eines Klageverfahrens ist. Auch für Wildschadensangelegenheiten ist die Durchführung eines selbstständigen Beweisverfahrens nicht selten eine sinnvolle Möglichkeit, eine kurzfristige Beweissicherung zu erreichen. Schließlich kann das eingetretene Schadensbild etwa durch Ernte, Anschlussbewirtschaftung oder Witterungseinflüsse verloren gehen, bevor es in einem Rechtsstreit zu einer Beweisaufnahme gekommen ist. Während den Stellungnahmen der von den Parteien privat beauftragten Gutachter vor Gericht kein großer Stellenwert zukommt, ist dies bei Durchführung eines selbstständigen Beweisverfahrens anders. Stellt der geschädigte Landwirt bei Gericht einen Antrag auf Durchführung eines selbstständigen Beweisverfahrens, wird damit noch kein Klageverfahren auf den Weg gebracht. Das Gericht bestimmt vielmehr kurzfristig einen Gutachter, der das Schadensbild bewertet und die aufgeworfenen Fragen beantwortet. Ein solches Gutachterergebnis findet im anschließenden Gerichtsverfahren als Beweis Anerkennung. Da das Beweisergebnis vor der Erhebung einer Klage feststeht, kann der Anschlussprozess häufig vermieden werden. Das Verfahren ist auch dann zulässig, wenn das Vorverfahren in Wildschadensangelegenheiten noch nicht abgeschlossen ist. Das selbstständige Beweisverfahren ist allerdings nicht kostenlos und auch für die Bestellung des Gutachters wird regelmäßig vom Gericht ein Vorschuss verlangt. Mit einer eventuell bestehenden Rechtschutzversicherung sollte daher vorab die Deckungszusage geklärt werden. Erhebt der Antragsteller nach Durchführung des Verfahrens nicht eine am Ende erfolgreiche Klage, so bleibt er auf den Kosten des Verfahrens hängen. Grundsätzlich sollte auch die Durchführung eines selbstständigen Beweisverfahrens nicht ohne Anwalt geschehen, da zum Beispiel schon die falsche Formulierung der zu beantwortenden Beweisfragen die Erfolgsaussichten einer Klage zunichte machen kann.