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Welche Marienkäfer? Digital Plus

In den zurückliegenden Jahren treten vermehrt ungewöhnlich aussehende Marienkäfer auf. Woher kommen diese Käfer? Stellen sie eine Gefahr dar, und was kann man gegen sie tun?

Es handelt sich um den Asiatischen Marienkäfer Harmonia axyridis (Pallas 1773). Der Asiatische Marienkäfer, der gelegentlich auch als Harlekinkäfer bezeichnet wird, ist etwa 6 bis 8 mm groß und in der Färbung recht variabel. Die häufigste Form weist insgesamt 19 dunkle Punkte auf den beiden orangefarbenen Flügeldecken auf und der helle Halsschild ist durch eine M-förmige, dunkle Zeichnung charakterisiert. Es gibt aber auch Käfer mit weniger Punkten oder vorwiegend schwarze Exemplare. Die Larven dieses Marienkäfers sind im Gegensatz zu den heimischen Arten recht auffällig gestaltet. Auf dem Rücken des eher dunkel gefärbten Körpers fällt eine große rötliche Zeichnung in U-Form auf, weiterhin finden sich dort zwei- oder dreispitzige Fortsätze. Dieser Käfer, der

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Es handelt sich um den Asiatischen Marienkäfer Harmonia axyridis (Pallas 1773). Der Asiatische Marienkäfer, der gelegentlich auch als Harlekinkäfer bezeichnet wird, ist etwa 6 bis 8 mm groß und in der Färbung recht variabel. Die häufigste Form weist insgesamt 19 dunkle Punkte auf den beiden orangefarbenen Flügeldecken auf und der helle Halsschild ist durch eine M-förmige, dunkle Zeichnung charakterisiert. Es gibt aber auch Käfer mit weniger Punkten oder vorwiegend schwarze Exemplare. Die Larven dieses Marienkäfers sind im Gegensatz zu den heimischen Arten recht auffällig gestaltet. Auf dem Rücken des eher dunkel gefärbten Körpers fällt eine große rötliche Zeichnung in U-Form auf, weiterhin finden sich dort zwei- oder dreispitzige Fortsätze. Dieser Käfer, der dem heimischen Siebenpunkt-Marienkäfer nicht unähnlich sieht, wanderte erst vor einigen Jahren nach Deutschland ein. Die Art, die wohl ursprünglich aus Ostasien (Korea, China, Ostsibirien, Japan) stammt, wurde in den 1970er-Jahren vermehrt in den USA, später aber auch in verschiedenen westeuropäischen Ländern im Freiland zur Blattlausbekämpfung ausgesetzt. Aus Deutschland gibt es erste Meldungen aus dem Jahr 2000. Inzwischen dürfte der Asiatische Marienkäfer in weiten Teilen Deutschlands verbreitet sein. Neuere Forschungen ergaben, dass dieser Käfer und seine Larven in ihrem Innern einen Parasiten beherbergen. Dabei handelt es sich um einzellige Urtiere der Gattung Nosema, die zur Klasse der Mikrosporiden gehören (Protozoa, Microspora). Diese Parasiten sind für den Asiatischen Marienkäfer weitgehend ungefährlich und vermehren sich in ihm nur wenig. Wird jedoch ein Asiatischer Marienkäfer oder seine Larve bzw. Puppe von einem heimischen Marienkäfer gefressen, so führt dies umgehend zum Tod des heimischen Käfers. Dieser Mechanismus soll die Hauptursache für die massenhafte Vermehrung des Asia­tischen und den gleichzeitigen Rückgang der heimischen Marienkäfer sein. Grundsätzlich ist es so, dass nahezu alle Marienkäfer sich sowohl als Larven wie auch als Käfer räuberisch von verschiedenen Insekten, vor allem von Blattläusen, ernähren. Die Marienkäfer und in noch stärkerem Maße die Marienkäferlarven sind also sehr wichtige Nützlinge, die den Landwirt und den Gärtner bei der Bekämpfung der pflanzenschädlichen Blattläuse unterstützen. Der Asiatische Marienkäfer ist zwar auch ein effektiver „Blattlausjäger“, er kann aber auch Schaden anrichten. So wird beobachtet, dass die Tiere, möglicherweise zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs, Früchte annagen und so Schäden setzen.