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Luftröhrenwürmer beim Geflügel Digital Plus

Ich halte in einem Auslauf verschiedene Geflügelrassen, etwa Fasane, Puten, Perl- und Zwerghühner. Außerdem laufen dort Kaninchen und Meerschweinchen. Bei den Küken habe ich jedes Jahr das Problem, dass sie Luftröhrenwürmer haben. Der Tierarzt meint, dass das von den Regenwürmern im Boden kommt. Können wir den Boden irgendwie behandeln, sodass das Problem nicht mehr auftritt?

Der Luftröhrenwurm lat. Syngamus trachea lebt paarweise in Dauerkopulation in der Luftröhre und den Bronchien des Geflügels. Die miteinander verbundenen männlichen und weiblichen Würmer formen gemeinsam ein Y. Die Eier des Luftröhrenwurms gelangen mit dem Trachealschleim in die Schnabelhöhle und werden dann abgeschluckt. Sie gelangen dann nach einer Magen-Darm-Passage mit dem Kot in die Umwelt. Dort bleiben sie bis zu neun Monaten infektionsfähig, überstehen in unseren Breiten den Winter in der...

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Der Luftröhrenwurm lat. Syngamus trachea lebt paarweise in Dauerkopulation in der Luftröhre und den Bronchien des Geflügels. Die miteinander verbundenen männlichen und weiblichen Würmer formen gemeinsam ein Y. Die Eier des Luftröhrenwurms gelangen mit dem Trachealschleim in die Schnabelhöhle und werden dann abgeschluckt. Sie gelangen dann nach einer Magen-Darm-Passage mit dem Kot in die Umwelt. Dort bleiben sie bis zu neun Monaten infektionsfähig, überstehen in unseren Breiten den Winter in der Umwelt nicht. Sie werden jedoch aufgenommen von Stapelwirten, wie Regenwürmern, Schnecken, Insekten. In diesen bleiben Syngamus-Larven ein Jahr (in Schnecken) bis über vier Jahre (in Regenwürmern) infektionsfähig. Wenn das Geflügel dann im Frühjahr diese Stapelwirte aufnimmt, führt das zu den ersten Infektionen, die sich dann durch direkte Infektion über Kot erkrankter Vögel ausbreiten. Massive Krankheitserscheinungen mit Atemnot, dem typischen Gähnen mit Kopfschütteln und auch Todesfälle sieht man dann im Herbst. Syngamus trachea befällt Hühner, Puten, Tauben, Perlhühner, Gänse, Fasanen, Rebhühner und weitere Wildvögel. Eine Bekämpfung bzw. Entwurmung kann zum Beispiel mit Flubendazol oder Fenbendazol über das Futter oder mit Solubenol über das Tränkewasser erfolgen. In einer kleinen Auslaufhaltung kann auch erwogen werden, den Auslauf zu befestigen (Pflaster/Beton) und die Voliere außen mit Fliegendraht zu verkleiden, sodass Kontakt zu Regenwürmern, Schnecken und Insekten weitgehend auszuschließen ist. Ansonsten bleibt der Hinweis, die Tiere regelmäßig im Frühjahr bis Sommer vor dem Auftreten ernsthafter Erkrankungen zu entwurmen.