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Zwei Betriebe wie vererben? Digital Plus

Mein Ehemann besitzt einen Hof in NRW und einen in Niedersachsen. Sie liegen 40 km entfernt. Unsere Tochter soll in Niedersachsen die Hofparzelle plus 0,4 ha erhalten. Der Sohn soll alle Flächen erben. Er will die zwei Höfe zusammenlegen und bewirtschaften. Könnte bei dieser Konstellation eine Betriebszerschlagung drohen, sodass stille Reserven aufgedeckt werden?

Eine Familie kann in eine böse ­Steuerfalle tappen, wenn bei einer ­Hofübertragung auf mehrere Kinder stille Reserven ­aufgedeckt werden.

Es stellt sich die Frage, ob die beiden 40 km voneinander entfernten Betriebe einen ganzen Betrieb im steuerlichen Sinne darstellen oder nicht. Dies hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem davon, ob eine gemeinsame Buchführung eingerichtet ist und wie stark die Bewirtschaftung der beiden Betriebe miteinander verflochten ist, zum Beispiel ob es gemeinsame Maschinen gibt und ob die Flächen beider Betriebe von einer Hofstelle aus bewirtschaftet werden. Wir kennen die Betrie

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Es stellt sich die Frage, ob die beiden 40 km voneinander entfernten Betriebe einen ganzen Betrieb im steuerlichen Sinne darstellen oder nicht. Dies hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem davon, ob eine gemeinsame Buchführung eingerichtet ist und wie stark die Bewirtschaftung der beiden Betriebe miteinander verflochten ist, zum Beispiel ob es gemeinsame Maschinen gibt und ob die Flächen beider Betriebe von einer Hofstelle aus bewirtschaftet werden. Wir kennen die Betriebe nicht im Einzelnen, sodass wir Ihnen diese Fragen nicht verbindlich beantworten können. Werden beide Betriebe viehlos bewirtschaftet oder handelt es sich um Ackerbaubetriebe mit Schweinemast? Im letzteren Falle würde sich weiter die Frage stellen, wo das Futter für die Schweine erzeugt wird und wie die Gülleausbringung geregelt ist. Bei einer vorsichtigen Bewertung gehen wir zunächst einmal von einem Betrieb im steuerlichen Sinne aus. Erhält danach der Sohn mindestens 90 % aller landwirtschaftlichen Nutzflächen (in NRW als auch in Niedersachsen), handelt es sich um eine geschlossene Hofübergabe. Der Sohn übernimmt die Buchwerte beider Betriebsteile. Behält Ihr Mann danach die Hofstelle in Niedersachsen mit den dortigen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden zurück und zusätzlich eine Nutzfläche von 0,4 ha als Resthof, würde Ihr Mann zunächst einen verkleinerten Betrieb in Niedersachsen zurückbehalten. Nach einer Schamfrist von rund zwei Jahren kann er diesen Resthof dann Ihrer Tochter übereignen. Gehen Sie so vor, sehen wir darin nicht die Zerschlagung des Betriebes in Niedersachsen. (Folge 28-2019)