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Spargeldämme: Warum unterschiedlich abgedeckt? Digital Plus

Die Spargelernte hat begonnen, die Felder sind aber sehr unterschiedlich hergerichtet. Auf einigen liegt auf dem Spargeldamm eine schwarze Folie mit einer durchsichtigen noch oben darüber. Dann gibt es schwarze oder weiße Folien solo. Daneben sind einige Dämme unbedeckt, auf denen ein dichter Unkrautteppich wächst. Wie lassen sich die einzelnen Varianten begründen?

Mit unterschiedlichen Folien steuern Spargelanbauer die Wärme in den ­Folientunneln und somit die Erntezeitpunkte der einzelnen Sorten.

Verschiedene Bedeckungen auf den Spargelfeldern verlängern das Erntezeitfenster. Eine Spargelpflanze kann ohne Schäden nur bis zu sechs Wochen lang beerntet werden. Nun dauert aber die Spargelsaison, je nach Erntebeginn, etwa zehn bis zwölf Wochen. Daher braucht ein Spargelbauer frühe und späte Sorten, die er mittels verschiedener Folienbedeckungen noch weiter verfrüht oder aber verspätet. Schwarze Folie und eine durchsichtige Folie, die über Metallbögen gespannt ist, der sogenannte Minitunnel, führt zu der frühesten Ernte. Sie beginnt häufig gegen Anfang April. Danach kommt der Spargel mit Doppelabdeckung, bei der die durchsichtige Folie ohne Metallbügel einfach direkt auf der schwarzen

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Verschiedene Bedeckungen auf den Spargelfeldern verlängern das Erntezeitfenster. Eine Spargelpflanze kann ohne Schäden nur bis zu sechs Wochen lang beerntet werden. Nun dauert aber die Spargelsaison, je nach Erntebeginn, etwa zehn bis zwölf Wochen. Daher braucht ein Spargelbauer frühe und späte Sorten, die er mittels verschiedener Folienbedeckungen noch weiter verfrüht oder aber verspätet. Schwarze Folie und eine durchsichtige Folie, die über Metallbögen gespannt ist, der sogenannte Minitunnel, führt zu der frühesten Ernte. Sie beginnt häufig gegen Anfang April. Danach kommt der Spargel mit Doppelabdeckung, bei der die durchsichtige Folie ohne Metallbügel einfach direkt auf der schwarzen Folie liegt, in den Ertrag. Lässt man die durchsichtige Folie weg, so beginnt die Ernte des Spargels ca. zehn Tage später. All diese Maßnahmen werden als „Verfrühung“ bezeichnet und bedeuten einen enormen Zeit- und Kostenaufwand. Sie werden aus einem Grund getroffen: „Der Kunde möchte möglichst früh im Jahr heimischen Spargel!“ So lassen sich Spargelimporte aus südlichen Ländern vermeiden. Dies ist nicht nur gut für die Umwelt, da lange Transportwege entfallen, sondern auch gut für Geschmack und Frische des königlichen Gemüses. Spargelfelder mit weißer Folie werden deutlich später geerntet, da sie die Sonnenstrahlen reflektieren. Diese Felder müssen dann aber bis zum Ende der Saison durchhalten. Das Bild auf dem Spargelfeld ändert sich häufig, da Spargelanbauer je nach Wetterlage die weiße oder die schwarze Seite der Folien nach oben wenden. Scheint die Sonne zu stark, drehen sie die Folie von Schwarz auf Weiß, um den Damm abzukühlen und die Qualität des Spargelkopfes zu erhalten. Bei kaltem, regnerischem Wetter wird die Folie auf Schwarz gedreht, um die wenigen Sonnenstrahlen zu absorbieren und den Spargeldamm aufzuheizen. Unbedeckte Dämme können Junganlagen aus dem Vorjahr sein, die nicht beerntet werden, oder aber Grünspargelfelder, die häufig auch einen kleinen Damm haben. Der Grünspargel benötigt das Sonnenlicht, um seine grüne Farbe durch den natürlichen Farbstoff „Chlorophyll“ zu bilden. Aber noch eines sei gesagt: Egal, ob weiß oder schwarz, Tunnel, Doppelabdeckung oder aber ohne Folienabdeckung; geschmacklich macht dies beim Bleichspargel keinen Unterschied. (Folge 16-2019)