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Wiederaufforstung steuerlich wie behandeln? Digital Plus

2015 hatte ich auf einer Fläche Douglasien gepflanzt und mit Wildgatter geschützt. Die Kosten hatte ich in der Steuererklärung als sofort abzugsfähige Betriebsausgaben angesetzt. Laut Finanzamt handelt es sich bei den Kosten jedoch um aktivierungspflichtige Herstellungskosten. Kann ich als NE-Landwirt, 41 ha Forst, nicht die Pauschale nach § 51 EStDV beanspruchen?

Wiederaufforstungskosten nach einem Kahlschlag sind als nicht abnutzbares Anlagevermögen zu aktivieren.

Soweit Forstwirte nicht buchführungspflichtig sind und auch keine Bücher führen und deren forstwirtschaftliche Nutzfläche 50 ha nicht übersteigt, können sie die pauschale Gewinnermittlung nach § 51 EStDV in Anspruch nehmen. Durch die Pauschsätze werden nur laufende Gewinne gemindert; die pauschalen Betriebsausgaben betragen beim Verkauf von eingeschlagenem Holz 55 % der Einnahmen bzw. beim Verkauf auf dem Stamm 20 %. Mit der Pauschale sind sämtliche Betriebsausgaben, die durch die Holznutzung und Ho

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Soweit Forstwirte nicht buchführungspflichtig sind und auch keine Bücher führen und deren forstwirtschaftliche Nutzfläche 50 ha nicht übersteigt, können sie die pauschale Gewinnermittlung nach § 51 EStDV in Anspruch nehmen. Durch die Pauschsätze werden nur laufende Gewinne gemindert; die pauschalen Betriebsausgaben betragen beim Verkauf von eingeschlagenem Holz 55 % der Einnahmen bzw. beim Verkauf auf dem Stamm 20 %. Mit der Pauschale sind sämtliche Betriebsausgaben, die durch die Holznutzung und Holzverwertung veranlasst sind, wie Löhne und Lohnnebenkosten, Kosten der Schädlingsbekämpfung, Kosten für den Holzeinschlag und die Holzlagerung einschließlich eventueller Beregnung, abgegolten. Die mit einer Holznutzung im Zusammenhang stehenden Wiederauf­fors­tungskosten, die sofort ab­ziehbare Betriebsausgaben sind, wären durch die vorbezeichneten Pauschsätze nicht abgegolten und würden zusätzlich den Gewinn mindern. Allerdings sind Wiederauffors­tungskosten nach einem Kahlschlag Herstellungskosten für das neu entstehende Wirtschaftsgut Baumbestand und als nicht abnutzbares Anlagevermögen zu aktivieren. Die Wiederaufforstung beginnt mit den Pflanzmaßnahmen, der Naturverjüngung oder der Saat. Sie endet mit der Sicherung des Baumbestandes, die nach Ablauf von fünf Wirtschaftsjahren nach dem Wirtschaftsjahr des Beginns der Wiederaufforstung anzunehmen ist. Zu den Wiederauffors­tungskosten gehören insbesondere die Aufwendungen für Setzlinge, Pflanzung, Befestigung des Pflanzgutes (etwa Pfähle, Drähte), Pflegemaßnahmen sowie Löhne. Dagegen führen Aufwendungen für Kulturzäune zu Herstellungskosten für ein selbstständiges Wirtschaftsgut. (Folge 46-2019)