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Droht steuerliche Betriebsaufgabe? Digital Plus

2006 habe ich den Nebenerwerbsbetrieb von meinen Eltern übernommen. Alle Flächen, 6 ha Acker und 3 ha Weide, haben wir verpachtet und erzielen nur Pachteinkünfte. Besteht die Gefahr, dass das Finanzamt uns als Hobbybetrieb (ohne Gewinnerzielungsabsicht) einstuft und eine steuerliche Betriebsaufgabe annimmt?

Bäuerinnen und Landwirte ohne Hofnachfolger sollten sich beraten lassen, ob es Sinn macht, eine steuerliche Betriebsaufgabe zu erklären.

Haben Ihre Eltern gegenüber dem Finanzamt die steuerliche Betriebsaufgabe nicht erklärt, so befinden sich die insgesamt 9 ha Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN), die Betriebsgebäude und das etwaige Inventar weiter im steuerlichen Betriebsvermögen. Verpachten Sie sämtliche Flächen, so erzielen Sie weiterhin land- und forstwirtschaftliche Einkünfte aus einem ruhenden Betrieb. Dafür müssen Sie zumindest eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung fürs Finanzamt erstellen. Die Verpachtung sämtlicher Fl

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Haben Ihre Eltern gegenüber dem Finanzamt die steuerliche Betriebsaufgabe nicht erklärt, so befinden sich die insgesamt 9 ha Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN), die Betriebsgebäude und das etwaige Inventar weiter im steuerlichen Betriebsvermögen. Verpachten Sie sämtliche Flächen, so erzielen Sie weiterhin land- und forstwirtschaftliche Einkünfte aus einem ruhenden Betrieb. Dafür müssen Sie zumindest eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung fürs Finanzamt erstellen. Die Verpachtung sämtlicher Flächen führt nicht zwingend zur Betriebsaufgabe. Allerdings haben Sie das sogenannte Verpächterwahlrecht. Sie können jederzeit gegenüber dem Finanzamt die Betriebsaufgabe erklären und damit sämtliche stillen Reserven im Betrieb und in den LN-Flächen aufdecken. Doch eine steuerliche Betriebsaufgabe würde nur dann Sinn machen, wenn Sie beispielsweise das 55. Lebensjahr erreicht haben, entsprechende Freibeträge nutzen können und die Betriebsaufgabe mit keiner weiteren Steuerbelastung verbunden wäre. Allerdings würden Sie je nach Höhe der Einkünfte bei einer Betriebsaufgabe den landwirtschaftlichen Freibetrag von derzeit 900 €/1.800 € (Ledige/Verheiratete) verlieren. Ist für die Wirtschaftsgebäude ein hoher Reparaturaufwand in absehbarer Zeit zu erwarten, so ist in der Tat denkbar, dass die Gewinnerzielungsabsicht vom Finanzamt hinterfragt wird. Aber selbst dann führt der Übergang von einem Erwerbsbetrieb zum Liebhabereibetrieb nicht automatisch zur Aufdeckung von stillen Reserven. Vielmehr werden die stillen Reserven zu diesem Zeitpunkt festgehalten und der weitere Wertzuwachs würde dann im steuerlichen Privatvermögen erfolgen. (Folge 45-2019)