Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Kartoffeln: Auflaufprobleme Digital Plus

21. Mai 2019 - Hinweise der Landwirtschaftskammer NRW zum Pflanzenschutz für diese Woche

Stark verzettelter Auflauf von Frühkartoffeln

Frühkartoffeln laufen verzettelt auf: In Frühkartoffeln ist in bestimmten Sorten bzw. Partien ein stark verzettelter Auflauf zu beobachten. Teilweise laufen die Kartoffeln innerhalb eines Bestandes mit etwa zwei Wochen Unterschied auf. Einzelne Bestände wurden schon umgebrochen bzw. in den stehenden Bestand wurden neue Kartoffeln gepflanzt. Hierdurch verschieben sich die geplanten Erntetermine nach hinten und der Wettbewerbsvorteil „frühe Ware“ kann nicht ausgeschöpft werden. Die Gründe für diesen verzettelten Auflauf sind visuell nicht immer eindeutig erkennbar, gerade wenn die Pflanzknollen noch intakt sind. Aufgrund der kalten bzw. regional nasskalten Witterungsbedingungen zeigen sich die Auflaufprobleme 2019 besonders deutlich, speziell auf Flächen mit Pflanzung im All-In-One-Verfahren. Mögliche Ursachen für Auflaufprobleme Grobfallendes Pflanzgut: Große Knollen sind triebstärker, die kleinen Knollen liegen tiefer als die

Digital Plus

Dieser Inhalt ist exklusiv für Wochenblatt-Plus Abonnenten

Anmelden

E-Mail oder Benutzername
Passwort / Kundennummer
Frühkartoffeln laufen verzettelt auf: In Frühkartoffeln ist in bestimmten Sorten bzw. Partien ein stark verzettelter Auflauf zu beobachten. Teilweise laufen die Kartoffeln innerhalb eines Bestandes mit etwa zwei Wochen Unterschied auf. Einzelne Bestände wurden schon umgebrochen bzw. in den stehenden Bestand wurden neue Kartoffeln gepflanzt. Hierdurch verschieben sich die geplanten Erntetermine nach hinten und der Wettbewerbsvorteil „frühe Ware“ kann nicht ausgeschöpft werden. Die Gründe für diesen verzettelten Auflauf sind visuell nicht immer eindeutig erkennbar, gerade wenn die Pflanzknollen noch intakt sind. Aufgrund der kalten bzw. regional nasskalten Witterungsbedingungen zeigen sich die Auflaufprobleme 2019 besonders deutlich, speziell auf Flächen mit Pflanzung im All-In-One-Verfahren. Mögliche Ursachen für Auflaufprobleme Grobfallendes Pflanzgut: Große Knollen sind triebstärker, die kleinen Knollen liegen tiefer als die großen, hierdurch laufen die großen schneller auf, besonders bei ungünstigen Witterungsbedingungen und beim Legen im All-In-One-Verfahren. Folge: ungleichmäßiger Bestand. Hohes physiologisches Alter der Pflanzknollen: trockenheiße Vegetationsbedingungen während der Knollenbildung im Vorjahr, wodurch die Pflanzknollen physiologisch schneller altern. Folge: verminderte Triebkraft, Fadenkeimigkeit, verzögerter Auflauf, kleine Pflanzen die vorzeitig blühen, danach kaum noch Zuwachs, starke Ertragsdepression. Keimbruch: Knollen mit Keimbruch beim Pflanzen oder abgekeimte Knollen laufen schlechter auf. Kartoffeln nicht über längere Zeit in Big-Packs lagern, neben Keimbruch auch Förderung von Schaderregern. Beizung: wenn mit der Mantis-Mafex-Technik zu nass gebeizt wurde und die Knollen nicht ausreichend abtrocknen konnten. Zu hohe Ortiva-Mengen bei empfindlichen Sorten auf leichten Böden. Aber bei nasskalten Witterungsbedingungen kann auch eine sachgemäß durchgeführte Beizung Auflaufverzögerungen verursachen. Rhizoctoniabefall: Verbräunungen an den Sprossen und Wurzeln. Fusarium: an den Knollen Faulstellen mit weißen, gelben, rosa, blaugrauen oder spangrünen Myzelpolster, den sogenannten Froschaugen. Nassfäule: faule Knollen mit breiigem, wässrigem Knollenfleisch. Braunfäule: fleckenweise Braunfärbung, mit unscharfer Abgrenzung zum gesunden Knollenfleisch, später häufig Sekundärfäulen. Freilebende Nematoden: reduziertes Wurzelwachstum, Wurzelverdrehungen (Trichodorus); spärliches, verbräuntes Wurzelsystem (Pratylenchus). Kartoffelzystennematoden: anfänglich guter Auflauf, dann nesterweises Stehenbleiben der Bestände. CIPC: direkte oder indirekte Kontamination mit Chlorpropham kann deutliche Auflaufprobleme verursachen. Wobei die Keime dann häufig blumenkohlartig verdreht sind. Was tun? Mit dem Pflanzguthändler bzw. Kartoffelzüchter den Bestand besichtigen, keine Ferndiagnose. Kammerberater zu Rate ziehen. Falls notwendig Rückstellproben vom Pflanzgut untersuchen lassen. Gegebenenfalls Knollen-, Wurzel-, Stängelproben untersuchen lassen. Wobei ein Nachweis schwierig ist, wenn die Knollen schon im Boden waren. Gegebenenfalls Bodenproben untersuchen lassen.