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Getreide: Fungidzidmaßnahmen und Krankheiten Digital Plus

14. Mai 2019 - Hinweise der Landwirtschaftskammer NRW zum Pflanzenschutz für diese Woche

Gerste – Zeit für die Abschlussbehandlung­: Die Phase des Ährenschiebens dauert Witterungsbedingt sehr lang. Sofern noch nicht erfolgt, kann die fungizide Abschlussbehandlung bis Mitte Ende Ährenschieben erfolgen. Weizen – Schutz vor Gelbrost: Viele Bestände erreichen EC 37 bis 39. Spätsaaten und spätere Lagen sind noch etwas zurück, schieben aber überwiegend das vorletzte Blatt. Vielfach geht es nach den gefallenen Niederschlägen hauptsächlich weiter um Gelbrost. Gelb­rostnester sind in unbehandelten Beständen oder dort, wo der Schutz ausgelaufen ist, seit letzter Woche deutlich im Feld sichtbar. Betroffen sind anfällige Sorten wie Benchmark, Nemo, Rumor, Johnny. Hier sollte umgehend eine rostbetonte Maßnahme platziert werden. Für Braunrost ist es momentan weiter zu kalt und für Septoria-Infektionen waren die Blattnässephasen vielfach nicht lang genug. Geht es nur um Rost, sind neben den breit wirksamen Carboxamiden (u. a. Elatus Era, Ascra Xpro, Ceriax) auch andere Lösungen wie 0,6 l/ha Orius + 0,6 l/ha Rubrik, 1,5 l/ha Capalo, 1,75 l/ha Eleando, 1 l/ha Diamant + 0,5 l/ha Orius oder auch 0,8 l/ha Juwel Top ausreichend. In den Beständen, wo Mehltau vorkommt, sollten auch Fungizide mit entsprechender Mehltauwirkung eingesetzt werden. Bei den Carboxamiden darf von Ascra Xpro eine brauchbare Wirkung erwartet werden, zumindest bei anfänglichem Befall. Sofern stärkerer Befall vorkommt, häufiger auf leichteren Standorten bzw. in späteren Saaten mit Elixer und Tobak, muss gezielter vorgegangen werden. Hier bietet sich die Zumischung von 0,75 l/ha

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Gerste – Zeit für die Abschlussbehandlung­: Die Phase des Ährenschiebens dauert Witterungsbedingt sehr lang. Sofern noch nicht erfolgt, kann die fungizide Abschlussbehandlung bis Mitte Ende Ährenschieben erfolgen. Weizen – Schutz vor Gelbrost: Viele Bestände erreichen EC 37 bis 39. Spätsaaten und spätere Lagen sind noch etwas zurück, schieben aber überwiegend das vorletzte Blatt. Vielfach geht es nach den gefallenen Niederschlägen hauptsächlich weiter um Gelbrost. Gelb­rostnester sind in unbehandelten Beständen oder dort, wo der Schutz ausgelaufen ist, seit letzter Woche deutlich im Feld sichtbar. Betroffen sind anfällige Sorten wie Benchmark, Nemo, Rumor, Johnny. Hier sollte umgehend eine rostbetonte Maßnahme platziert werden. Für Braunrost ist es momentan weiter zu kalt und für Septoria-Infektionen waren die Blattnässephasen vielfach nicht lang genug. Geht es nur um Rost, sind neben den breit wirksamen Carboxamiden (u. a. Elatus Era, Ascra Xpro, Ceriax) auch andere Lösungen wie 0,6 l/ha Orius + 0,6 l/ha Rubrik, 1,5 l/ha Capalo, 1,75 l/ha Eleando, 1 l/ha Diamant + 0,5 l/ha Orius oder auch 0,8 l/ha Juwel Top ausreichend. In den Beständen, wo Mehltau vorkommt, sollten auch Fungizide mit entsprechender Mehltauwirkung eingesetzt werden. Bei den Carboxamiden darf von Ascra Xpro eine brauchbare Wirkung erwartet werden, zumindest bei anfänglichem Befall. Sofern stärkerer Befall vorkommt, häufiger auf leichteren Standorten bzw. in späteren Saaten mit Elixer und Tobak, muss gezielter vorgegangen werden. Hier bietet sich die Zumischung von 0,75 l/ha Pronto Plus oder eine gezielte Maßnahme mit z.  B. 0,6 l/ha Gladio eventuell plus 0,6 l/ha Orius/Rubrik (gegen vorhandenen Rost) oder 1,5 l/ha Kantik (gegen Rost und Mehltau, Strohauflage beachten) an. Geht es auch um Septoria tritici (Ausgangsbefall und mehr Niederschlag), sind die Carboxamide z.  B. ab 0,8 l/ha Elatus Era oder 1 l/ha Ascra Xpro oder ab 2 l/ha Ceriax am besten geeignet. In ganz gesunden Beständen, gesunder Sorten (z.  B. Asory, Bosporus, Kamerad) kann die Fungizidmaßnahme, sofern auch kein Wachstumsregler mehr ansteht, weiter geschoben werden. Hier ist mit guter Fusariumeinstufung der Sorte außerhalb von Maisfruchtfolgen auch eine Einmalstrategie in EC 49 bis 55 mit z. B. 1 l/ha Elatus Era + 0,33 l/ha Sympara oder auch anderen Carboxamiden mit nahezu voller Aufwandmenge möglich. Weizen – Stresssymptome richtig deuten: Auch wenn die Bestände durch den Regen durchgrünen, sind weiterhin viele Stressreaktionen in der Fläche sichtbar. Diese sollten nicht mit Krankheiten wie Gelbrost (abwischbare Pusteln!) verwechselt werden. Betroffen sind u. a. Tobak, Elixer, Talent, LG Initial. Aber auch andere Sorten zeigen je nach Stresssituation gelbe Blattspitzen. Zusätzlich wurde im Tobak und Elixer Stressmehltau gefördert. Wachstumsregler und Kombinationen mit Tebuconazol, wie Orius, haben die Ausprägung zum Teil optisch verschlimmert. Triticale – Kontrolle auf Gelbrost: In Triticale sollte in Maisfruchtfolgen die letzte Behandlung zur Blüte eingeplant werden. Bis dahin sollte vor allem der Gelbrost unter Kontrolle gehalten werden. Sofern in den letzten zwei Wochen behandelt wurde, dürfte kein Befall vorkommen. Mit ausreichenden Aufwandmengen von z.  B. 0,6 l/ha Rubrik + 0,75 l/ha Orius oder 1,5 l/ha Capalo darf eine Dauerwirkung von drei bis vier Wochen eingeplant werden, sofern der Bestand zur Behandlung mindestens EC 32 (drittletztes Blatt voll entwickelt) erreicht hatte. Feldkontrollen vor allem an den oberen Blättern sollten aber dennoch durchgeführt werden, da der Gelbrost vor allem in Triticale stärker auftritt und neu zuwachsende Blätter nicht geschützt sind. Roggen – Abschlussbehandlung planen: Der Braunrost wurde durch die kühle Witterung ausgebremst. Ausgangsbefall ist daher vielfach nur wenig vorhanden. Mit ansteigenden Temperaturen und Tau werden die Bedingungen besser und Abschlussmaßnahmen sollten dann platziert werden. Geeignet sind neben 0,8 l/ha Elatus Era auch Kombinationen aus 1 l/ha Priaxor + 1 l/ha Osiris oder 1 l/ha Skyway Xpro. Wird während der Blüte behandelt (20. bis 25. Mai), sind Teilwirkungen gegen Mutterkorn möglich. Hafer – Zeit für den Wachstumsreglereinsatz: Im Februar bestellter Hafer beginnt sich zu strecken. In EC 31/32 kann dort, wo Niederschläge gefallen sind, in langen, lagergefährdeten Beständen (u.  a. Max) mit 0,15 bis 0,3 l/ha Moddus stabilisiert werden. In weniger lagergefährdeten Beständen reicht ein einmaliger Einsatz von 1 bis 1,5 l/ha CCC in der späten Schoss­phase aus. Die Bestände präsentieren sich sehr gesund, sodass Fungizideinsätze vielfach nicht nötig sind. Gegebenenfalls sollte in sehr dichten Beständen oder in Wald­randlagen auf Mehltau geachtet werden. Bei deutlichem Ausgangsbefall sollten 0,2 l/ha Vegas eingesetzt werden. Insgesamt ist der Läusebesatz im Hafer eher moderat. Dennoch sollte dort, wo noch keine Maßnahme erfolgt ist, noch einmal kontrolliert werden und bei Bedarf 75 ml/ha Karate Zeon zugesetzt werden, um die Gefahr der Virusübertragung zu reduzieren. Getreidehähnchen (Käfer) konnten im Hafer verstärkt beobachtet werden. Aktuell finden sich erste kleine Larven. Maßnahmen sind hier aber noch nicht erforderlich.