Weidehaltung weiter fördern

In Niedersachsen soll die Weidehaltung gestärkt und der Tendenz zur ganzjährigen Stallhaltung von Milchkühen entgegengewirkt werden.

Dazu haben am vergangenen Mittwoch annähernd 20 Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Wirtschaft und von Nichtregierungsorganisationen die „Charta Weideland Norddeutschland“ in Aurich unterzeichnet.

Zu den Unterstützern der Charta gehören neben landwirtschaftlichen Organisationen wie dem Landvolk Niedersachsen, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) auch Natur- und Umweltschutzverbände, Molkereien, die Universität Göttingen, die Welttierschutzgesellschaft, Slow Food Deutschland und das Grünlandzentrum Niedersachsen-­Bremen. Das Grünlandzentrum koordiniert seit dem Frühjahr 2014 das vom Land mit insgesamt fast 290 000 € geförderte dreijährige Projekt „Weideland Niedersachsen“.

Die Unterzeichner der Charta bekennen sich nach Angaben des Agrar­ressorts in Hannover zur „Aufrechterhaltung der Weidehaltung von Milchkühen als relevanter Bestandteil der norddeutschen Produktionssysteme“. Sie plädieren für eine diversifizierte Milchwirtschaft, um flexibler auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. Zugleich loben sie die positiven Effekte der Weidehaltung auf Umwelt, Tiergesundheit, Landschaftsbild und Tierwohl.

Laut Charta sollen zusammen mit Landwirten, Molkereien, Handel, Verbrauchern sowie Nichtregierungsorganisationen auch Kriterien für Weidemilch und Weidegang definiert werden. „Der Mehrwert des Weidegangs soll für die Gesellschaft deutlich sein“, betonte Landwirtschaftsminister Christian Meyer und plädierte für eine transparente Kennzeichnung.

Die Bevölkerung wolle mehrheitlich Kühe auf der Weide sehen. Deshalb sollte durch eine klare Weidemilchkennzeichnung auch eine höhere Wertschöpfung beim Verbraucher erzielt werden und die Mehrleistung engagierter Bauern honoriert werden, erklärte der Minister. Die Charta für den Erhalt der Weidehaltung sei deshalb auch eine Chance, bessere Milch- und Käsepreise zu erzielen. AgE


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