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Schweinezucht im Hochhaus

Der Niederländer Michiel Taken züchtet Schweine in Walter Ulbrichts ehemaligem Vorzeigestall: Eine Stallanlage auf sechs Etagen. Foto: Waldeyer

Wer zufällig durch das kleine Örtchen Maasdorf nahe Köthen in Sachsen-Anhalt fährt und am nördlichen Ortsrand einen mehrgeschossigen Betonbau älteren Baujahrs entdeckt, wird kaum vermuten, was er vor sich hat: In Maasdorf steht das vermutlich einzige „Schweine-Hochhaus“ Europas.

Prestigebau der DDR

1969/70 wurde der sechsstöckige Stall als DDR-Prestige­objekt für moderne Tierhaltung gebaut. Bis heute dient es der Schweinezucht. In dem sechsgeschossigen Hochbau hält Michiel Taken derzeit rund 500 Landrasse- und Large­-White-Zuchtsauen nebst deren Ferkeln.

Der Niederländer Taken ist Geschäftsführer der HET GmbH und betreibt in Maasdorf Nukleus- und Vermehrungszucht für das Unternehmen JSR Hybrid Deutschland mit Sitz im westfälischen Ahaus. Ein großer Teil der JSR-Sauen, mit denen die Landwirte hierzulande Ferkel erzeugen, hat daher das Licht der Welt in dem Hochhaus in der Nähe von Halle (Saale) erblickt.

Sechs Etagen, zwei Lifte

Der „Stall“ dort ist in seiner Art einmalig. In einem Ferkelerzeugerbetrieb sind die Tiere der verschiedenen Altersklassen bzw. Produktionsabschnitte üblicherweise in unterschiedlichen Stallgebäuden oder -bereichen untergebracht. In Maasdorf bewohnen sie jedoch verschiedene Stockwerke:

Im Erdgeschoss und in der zweiten Etage ist Platz für gut 280 zu besamende oder tragende Sauen und die Jungsauen­eingliederung.

Im dritten Stock ziehen Michiel Taken und seine Mitarbeiter (zwei Vollzeitkräfte, zwei zeitweise in der Anlage Beschäftigte) bis zu 800 Ferkel vom Absetzen bis etwa 12 kg Tiergewicht auf.

Die fünfte Etage ist mit Gruppenbuchten für insgesamt 192 tragende Sauen ausgestattet.

Im vierten sowie sechsten Stock befinden sich jeweils 64 Abferkelbuchten.

Der Transport von Menschen, Tieren und Material erfolgt über zwei regelmäßig TÜV-geprüfte Fahrstühle, die jeweils drei Sauen oder rund 50 Ferkeln Platz bieten. „Diese Art der Fortbewegung ist zwar ungewöhnlich, den Tieren scheint sie aber nichts auszumachen“, erklärt Taken. Heinz-Georg Waldeyer

Weitere Informationen zum Schweinezucht-Hochhaus lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des landwirtschaftlichen Wochenblattes, Folge 35 vom 28. August 2014, auf S. 6-37.