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Preishoch verschiebt den Ausstieg

Schweinehalter: Strukturwandel hält an Digital Plus

Die guten Schweinepreise bremsen den Strukturwandel etwas. Doch sie lösen keine Herausforderungen.

Für wen lohnt sich die Sauen- und Schweinehaltung noch?

Durch die auskömmlichen Preise verschieben viele Schweinehalter ihren geplanten Ausstieg. So hörten von Mai bis November 2019 in Nordrhein-Westfalen mit 70 Sauen- und insgesamt 130 Schweinehaltern vergleichsweise weniger Betriebe auf. Im Zeitraum November 2018 bis Mai 2019 sind 180 Schweinebetriebe ausgestiegen, innerhalb eines Jahres somit 310.

Kleinere Erzeuger weichen

Auf jeden von Mai bis November 2019 weichenden Ferkelerzeuger entfielen im Schnitt 23 Sauen. Jeder Ferkelerzeuger in NRW versorgt mittlerweile durchschnittlich 231 Sauen.

Der Blick auf die Vorjahreszahlen ist eindeutig: Die verbleibenden Schweinehalter fangen die weichenden Bestände nicht voll auf. Daher sanken diese in NRW und beliefen sich am 3. November 2019 auf 395.800 Sauen und insgesamt 6,8 Mio. Schweine. Die Mastschweine (über...

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Durch die auskömmlichen Preise verschieben viele Schweinehalter ihren geplanten Ausstieg. So hörten von Mai bis November 2019 in Nordrhein-Westfalen mit 70 Sauen- und insgesamt 130 Schweinehaltern vergleichsweise weniger Betriebe auf. Im Zeitraum November 2018 bis Mai 2019 sind 180 Schweinebetriebe ausgestiegen, innerhalb eines Jahres somit 310. Kleinere Erzeuger weichen Auf jeden von Mai bis November 2019 weichenden Ferkelerzeuger entfielen im Schnitt 23 Sauen. Jeder Ferkelerzeuger in NRW versorgt mittlerweile durchschnittlich 231 Sauen. Der Blick auf die Vorjahreszahlen ist eindeutig: Die verbleibenden Schweinehalter fangen die weichenden Bestände nicht voll auf. Daher sanken diese in NRW und beliefen sich am 3. November 2019 auf 395.800 Sauen und insgesamt 6,8 Mio. Schweine. Die Mastschweine (über 50 kg) nahmen gegenüber Mai 2019 mit 10.000 Tieren etwas zu (+0,3 %). Demgegenüber stand jedoch eine Abnahme von Jungschweinen (20 bis 50 kg) um mehr als 30.000 Tiere, die auch Mastschweine beinhalten. Die Schweinepopulation in NRW nahm in den letzten vier Jahren um annähernd 468.200 Tiere ab. Seit der Novemberzählung 2015 betrug die höchste Abnahme 320  000 Tiere im Jahr 2018, ein Minus von 419 Schweinehaltern fiel 2016 auf. Im Schnitt hält jeder Betrieb 1019 Schweine. Höhere Preise sind nötig Möglicherweise motivieren bessere Preise derzeit einige potenzielle Aussteiger zum Weitermachen. Jedoch führte die seit Frühjahr 2019 positive Preisentwicklung keinesfalls zum Aufbau „privater Reichtümer“. Viele Schweinehalter konnten erstmals seit längerer Zeit offene Zahlungsverpflichtungen erfüllen und die aufgrund von ­fehlender Liquidität vereinbarten kurzfristigen Darlehen tilgen. Das schafft etwas Entspannung und ­eine angenehmere Atmosphäre in Bankgesprächen. Es bleibt wohl unerlässlich, einen Teil der Mehreinnahmen für höhere Steuerzahlungen zurückzulegen. Ergänzend müssen Zukunftsbetriebe Reserven für Ersatz- und Neuinvestitionen schaffen. Höhere Anforderungen von Verbraucher, Handel und Politik in Sachen Tierwohl erfordern Um- und Neubaukosten in kaum vorstellbarer Höhe. Offen ist, ob Tierhalter das bezahlt bekommen. Mehr zum Thema: