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Rechnet sich Miscanthus?

Vor der letzten NRW-Landtagswahl hatte es heftige Attacken gegen die Windkraft gegeben. Doch inzwischen sind viele Kritiker verstummt. Auf dem 1. Branchentag Windenergie, der Mitte vergange­ner Woche in Duis­burg stattfand, waren sich alle Vertreter der Politik und Wirtschaft einig: Das Land NRW wird seine Ziele zur Reduzierung der schädlichen Treibhausgase (bis 2020 –20 % gegenüber 1990) nur schaffen, wenn Landesregierung und Gemeinden bei der Windkraft den Fuß von der Bremse nehmen.

Anton Sieverdingbeck. Foto: Brockmann-Könemann

Anton Sieverdingbeck, Landwirtschaftsstudent an der Universität Bonn, schreibt nicht nur seine Dipolmarbeit über Miscanthus, sondern hat mit dieser Pflanze auch schon mehrjährige Erfahrungen gesammelt. Erste Erkenntnisse von seiner Arbeit erfuhren die Besucher des Informationstages Miscanthus, der auf dem Hof Sieverdingbeck in Velen-Ramsdorf (Kreis Borken) am Donnerstag vergangener Woche veranstaltet wurde.

Erfolg versprechend ist diese Pflanze nach Ansicht des Studenten nach dann, wenn geeignete Techniken für dessen Anbau und Nutzung sowie Abnehmer für das Produkt vorhanden sind.
Aus pflanzenbaulicher Sicht sei das Schilfgras wertvoll, da es 8 bis 9 t/ha Organische Substanz liefere und so zur Verbesserung der Humusbilanz beitrage.

Für die Rentabiliät sei entscheidend, welchen Deckungsbeitrag man damit vom Acker erziele, ohne dabei beispielsweise eine Verwertung über die Viehhaltung einzubeziehen.

  • Auf einem weizenfähigen Standort errechnete Sieverdingbeck mögliche Deckungsbeiträge (DB) für Weizen und Miscanthus. Für Weizen (Ertrag 85 dt/ha, Preis 20 €/dt) unterstellte er einen DB in Höhe von 667 €/ha unter Einbeziehung der eingesetzten Gülle, aber ohne Stroherlöse (mit Stroh 773 €/ha). Bei einem Weizenpreis von 13 €/dt verringerte sich der DB auf nur noch 72 €/ha.
    Dagegen kalkulierte Sieverdingbeck für Miscanthus (Ertrag 20 t/ha TM, Preis 75 €/t) mit 930 €/ha einen deutlich höheren DB.

Allerdings bleibt zu berücksichtigen, dass die hohen Kosten für die Bestandesbegründung dieser über mehr als 20 Jahre nutzbaren Dauerkultur die Flexibilät nehmen, auf kurzfristige Preisänderungen reagieren zu können.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in Wochenblatt-Folge 10/2010. BK

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