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Mit Landmarkt in den Supermarkt

Vor der letzten NRW-Landtagswahl hatte es heftige Attacken gegen die Windkraft gegeben. Doch inzwischen sind viele Kritiker verstummt. Auf dem 1. Branchentag Windenergie, der Mitte vergange­ner Woche in Duis­burg stattfand, waren sich alle Vertreter der Politik und Wirtschaft einig: Das Land NRW wird seine Ziele zur Reduzierung der schädlichen Treibhausgase (bis 2020 –20 % gegenüber 1990) nur schaffen, wenn Landesregierung und Gemeinden bei der Windkraft den Fuß von der Bremse nehmen.

Seit fünf Jahren vermarkten hessische Direktvermarkter ihre Produkte über Supermärkte der Handelskette Rewe. Die Vermarktung wird organisiert über die Vereinigung der hessischen Direktvermarkter (VHD).
Das hessische Landmarkt Konzept wird nunmehr auch in Südniedersachsen und in Rheinland-Pfalz umgesetzt. Ob es auch für nordrhein-westfälische Direktvermarkter ein Weg ist, sollte auf einer Informationsveranstaltung auf Haus Düsse geklärt werden. Das Interesse der Landwirte ist groß, mehr als 60 Betriebe folgten der Einladung der Landwirtschaftskammer.

Auf Augenhöhe

Derzeit vermarkten 150 Direktvermarkter aus Hessen ihre Produkte in über 80 Rewe-Märkten. Hinzu kommen weitere 30 Betriebe aus Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. „Das Landmarkt-Konzept ist keine Idee von Rewe, sondern ein Konzept der Bauern, das wir mit dieser Handelskette umsetzen konnten. Wir verhandeln mit Rewe auf Augenhöhe,“ stellte Oswald Henkel gleich zu Beginn klar. Der Landwirt ist im Vorstand der VHD und dort zuständig für den Kontakt zu Rewe.

Gegenüber der Handelskette tritt die Vereinigung als Verhandlungspartner auf. Die Geschäftsbeziehungen laufen nach folgenden Grundzügen:

  • Die allgemeinen Lieferkonditionen werden durch die VHD festgelegt.

  • Die Betriebe schlagen einen Endverkaufspreis vor, der sich an den betrieblichen Belangen orientiert.

  • Die Betriebe beliefern die jeweiligen Rewe-Märkte direkt, besprechen die Lieferungen und rechnen auch direkt mit ihnen ab.

  • Die Marge bewegt sich in einem Rahmen von 20 bis 25  % auf den Endverkaufspreis.

Wie alle Handelsketten hat auch Rewe die Bundesrepublik in verschiedene Gebiete aufgeteilt. Für Hessen ist die Rewe-Mitte zuständig. Der VHD setzt sich mit den Vertretern der Rewe zusammen. Gemeinsam wird festgelegt, in welchen Märkten zukünftig Landmarkt-Produkte verkauft werden sollen. Die VHD sucht die Betriebe aus, die den Markt beliefern. Den Vorzug bekommen die Betriebe, die am nächsten liegen.

In den Supermärkten werden die Landmarkt-Produkte in eigenen Regalen und Kühltheken präsentiert. Schilder und Deckenhänger mit dem Landmarkt-Logo machen die Verbraucher auf die Hofproukte aufmerksam. Durch die separate Präsentation der Landmarktprodukte lassen sich auch die höheren Preise durchsetzen. „Nahezu alle Direktvermarkter können ihre Produkte bei Rewe zu den gleichen Preisen wie im Hofladen verkaufen,“ berichtet Oswald Henkel. Befürchtungen, die Direktvermarkter könnten sich durch den Verkauf ihrer Produkte im Supermarkt selbst Konkurrenz machen, haben sich nicht bestätigt. „Im Gegenteil, über diesen Absatzweg gewinnen die Höfe ganz neue Kunden,“ so Oswald Henkel. Ute Heimann

Den ausführlichen Wochenblatt-Bericht lesen Sie in Folge 44/2010, S. 16.