Milchviehforum: Zu früh besamen bedeutet verschenkte Leistung

Grundlage für ein funktionierendes Fruchtbarkeitsmanagement ist der Kuhkomfort. Haben Kühe Stress, verringern sich ihre Fruchtbarkeitsleistungen. Das führte Dr. Hans-Peter Klindworth den Teilnehmern des Meppener Milchviehforums im emsländischen Meppen-Bokeloh vor Augen.

„Hohe Milchleistungen müssen nicht zwangsläufig mit schlechten Fruchtbarkeitsleistungen einhergehen“, so der Fachtierarzt vom Rindergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Schlechte Leistungen in Sachen Fruchtbarkeit sind vielmehr darin begründet, dass wir mit dem Management nicht hinterher kommen.“

Nicht vor dem 80. Tag p.p. besamen

Sache des Managements ist es auch, den richtigen Besamungszeitpunkt einer Kuh zu identifizieren. Klindworth kritisierte allerdings die Praxis, Kühe möglichst früh nach dem Kalben wieder zu besamen. Bis eine gute, befruchtungsfähige Eizelle entstehe, sollte die Kuh nach der Kalbung zwei bis drei Zyklen durchlaufen haben. Bei einer Zykluslänge von rund 20 Tagen sollte eine Kuh frühestens am 80. Tag post partum (p.p.) erneut besamt werden. Studien hätten belegt, dass der Erstbesamungserfolg an diesem Tag am höchsten sei, fügte Klindworth hinzu.

Formel für den optimalen Besamungszeitpunkt

Wegen hoher Milchleistungen befänden sich die meisten Kühe zwischen dem 50. und 60. Tag nach der Kalbung in einer negativen Energiebilanz. Über den Erfolg einer Besamung entscheide aber die Energieversorgung zum Zeitpunkt der Besamung. „Kein Wunder also, dass die Besamungserfolge zu diesem Zeitpunkt nicht so hoch sind“, verdeutlichte der Fachtierarzt. Auch ökonomische Gründe sprechen nach Ansicht des Veterinärs für einen späteren Besamungszeitpunkt: „Wenn sie zu früh besamen, verschenken Sie Milchleistung.“ Als Faustformel für den optimalen Termin gab er den anwesenden Milcherzeugern eine Faustformel: „Nehmen Sie das höchste Tagesgemelk in Tagen mal 2,2. Das ergibt den optimalen Zeitpunkt für die Besamung in Tagen nach der Kalbung.“ Eine Kuh mit 50 l Tageshöchstgemelk sollte demnach um den 110. Tag p.p. (50 x 2,2) erneut besamt werden. DQ

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Wochenblatt-Ausgabe 2/2012.


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