Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Hochwald hat die Auslandsmärkte fest im Blick

Hans-Jürgen Sehn verspricht sich viel von der neuen Exportstrategie. Foto: Richard

Längerfristig sind Exporte wichtig für bessere Wertschöpfung / Bald gibt es Zinsen für Geschäftsguthaben / Genussrechtskapital soll Finanzierung verbessern Mitgliederversammlung der Hochwald Milch eG in Uedem

Reichlich „Zahlen-Futter“ bekamen die Hochwald-Milchbauern am Donnerstagabend in Uedem (Kreis Kleve) serviert. Bei der letzten von neun Mitgliederversammlungen präsentierte die Unternehmensleitung die Eckdaten zum Geschäftsjahr 2013 und jede Menge Zukunftspläne. Alles in allem sieht sie die Zukunft der Genossenschaft positiv.

Wachsen mit Partnern

Das operative Geschäft läuft bei Hochwald unter dem Dach der Hochwald Foods GmbH. Deren Aufsichtsratsvorsitzender Hans-
Jürgen Sehn erinnerte die Mitglieder zunächst daran, dass sich Hochwald vor einigen Jahren verstärkt auf die Wachstumsmärkte in Drittländern ausgerichtet hat. Wesentliche Teile der Investitionen (im Jahr 2013 rund 50 Mio. €) sollen dafür sorgen, dass Kondensmilch, Pulverspezialitäten und Käse für den Export bereitgestellt werden können.

Außerdem soll die Marktdurchdringung mithilfe von Kooperationen verbessert werden. Die Zusammenarbeit mit der belgischen Solarec soll hier Erfolg bringen, genau wie die Partnerschaft mit einem Babynahrungs-Hersteller oder auch das gemeinsam mit der niederländischen DOC Kaas in Dubai eröffnete Verkaufsbüro.

1 Cent/kg Nachzahlung

Die Milchanlieferung bei der Genossenschaft im Jahr 2013 belief sich laut Hauptgeschäftsführer Dr. Karl-Heinz Engel auf 2,16 Mrd. kg, das waren 118 Mio. kg mehr als im Vorjahr (+5,8 %). Die Mitglieder am Niederrhein taten sich bei der Steigerung besonders hervor. In den Kreisen Kleve und Wesel wurden seit April des vergangenen Jahres rund 18 % mehr Milch geliefert. Allerdings kamen auch neue Mitglieder hinzu.

Den Milchpreis 2013 bezifferte Engel auf 37,02 Cent/kg für Milch mit 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß, das waren immerhin 6,3 Cent/kg mehr als im Jahr zuvor. Die Vertreterversammlung wird im Juni außerdem voraussichtlich eine Nachzahlung von 1,0 Cent/kg beschließen.

Die Zahlen für die ersten beiden Monate des laufenden Jahres zeigen weiter positive Tendenzen, sowohl bei der Milchanlieferung als auch bei den Umsätzen und beim Milcherzeugerpreis.

Wichtige Finanzfragen

Geschäftsführer Detlef Latka erläuterte im Detail die neuen Vorstellungen der Unternehmensleitung in Sachen Finanzen. Zum einen sollen die Geschätsguthaben künftig verzinst werden, und zwar in Größenordnung der Inflationsrate, mindestens aber mit 0,5 % pro Jahr. Außerdem wollen die Manager demnächst Mitglieder, Lieferanten und Beschäftigte motivieren, sich mit Genussrechtskapital am Unternehmen zu beteiligen. Mit jeweils 1000 € oder einem Vielfachen davon wird ein Genussschein erworben, der variabel verzinst wird. Aktuell sei eine Größenordnung von 4 bis 5 % pro Jahr angemessen. Die Laufzeit soll bei fünf Jahren liegen.

Wie die Zukunft von Hochwald aussehen soll, erläuterte Dr. Engel abschließend zusammenfassend so: Überdurchschnittlicher, möglichst hoher Milchpreis für die Mitglieder, nachhaltiges Umsatzwachstum dank besserer Wertschöpfung und Kostenführerschaft; 2 Mrd. € Umsatz im Jahr 2020, Exportanteil 40 %, Umsatzanteil der Markenprodukte: 30 %. Außerdem: Eigenständigkeit sichern und eine aktive Rolle in der Strukturentwicklung spielen, auch durch Kooperationen oder Fusionen.

Das alles zeigt: Hochwald hat sich viel vorgenommen. ri