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Hendricks stoppt die Kampagne

Das Bundesumweltministerium reagiert auf die Kritik an seinen „neuen Bauernregeln“ und zieht die Plakatkampagne zurück. Die Ministerin Barbara Hendricks entschuldigt sich persönlich in einem Video bei den Bäuerinnen und Bauern.

Ministerin Hendricks entschuldigt sich per Video-Botschaft. Foto: BMUB/ Screenshot: Strotdrees


Das Bundesumweltministerium reagiert auf die Kritik an seinen „neuen Bauernregeln“. Wie eine Sprecherin des Ressorts bestätigte, werden die Reime entgegen der ursprünglichen Absicht nicht plakatiert. Man werde stattdessen die Kampagne dazu nutzen, den breiten Dialog mit der Bevölkerung über Landwirtschaft zu führen.

Entschuldigung per Video-Botschaft

Die Ministerin selbst reagierte auf die anhaltende Kritik an ihrer Kampagne und entschuldigt sich in einem Video, dass auf der Facebook-Seite des Ministeriums zu sehen ist, bei den Bäuerinnen und Bauern. Die Kampagne mit den "Bauernregeln" sieht sie aber als Erfolg. Denn das Ziel, große Aufmerksamkeit für das Thema zu bekommen, sei erreicht worden. Zum Schluss mahnt sie zu einem sachlichen Austausch und einer konstruktiven Diskussion.

Von der Internetseite des Ministeriums war bereits am gestrigen Donnerstag jeder direkte Hinweis auf die Kampagne getilgt worden. Lediglich die Pressemitteilung vom 1. Februar zum Start der Kampagne hatte noch direkt zu den umstrittenen Plakaten geführt, die in den vergangenen Tagen für eine überaus starke Diskussion und parteiübergreifend für scharfe Kritik am Bundesumweltministerium gesorgt hatte.

Mit heftiger Kritik nicht gerechnet

Dort wird nun eingeräumt, dass man mit der heftigen Kritik an den „Bauernregeln“ nicht gerechnet habe. Man stehe aber weiter zu den Inhalten der Reime und damit zur Kritik an Defiziten in der derzeitigen Landwirtschaft. Daher bleibe es zugleich bei der Forderung nach einem Umbau der EU-Agrarförderung.

Das Bundesumweltministerium werde den Dialog durch Angebote im Internet, über soziale Medien und über eine Reihe von Veranstaltungen mit der Ministerin führen, kündigte ein Ressortsprecher an. Man brauche eine sachlich geführte Debatte darüber, „wie wir uns die Landwirtschaft der Zukunft in unserem Land vorstellen“. Nur im gesellschaftlichen Dialog über unbestreitbare Probleme könne man gemeinsam zu tragfähigen Lösungen finden.

"Erzielte Wachsamkeit"

Mit den Bauernregeln habe man Aufmerksamkeit erzielen und den Dialog anregen wollen. Das sei gelungen. Die Regeln hätten das Thema Landwirtschaft und Naturschutz auf humorvolle Weise ins Gespräch gebracht, „schneller als erwartet“. Jetzt gehe es um den zweiten Schritt: „Wir wollen die erzielte Wachsamkeit für das Thema für einen konstruktiven Dialog nutzen.“ Dazu bedürfe es keiner weiteren Bauernregeln mehr. Bundesumweltministerin Hendricks stelle sich der Kritik von Bauern und den Fragen von Verbrauchern. AgE/Str/CG

Hier geht es zum Video des Ministeriums