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Geschlechtsbestimmung im Ei

Mit einem Hormontest kann am neunten Bruttag das Geschlecht des Kükens bestimmt werden. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt will den Test nächstes Jahr in der Praxis anwenden.

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt will die Geschlechtsbestimmung im Ei noch im kommenden Jahr in die Praxis bringen. Foto: Waterloh



Die Tötung von Eintagsküken sorgt unter Tierschützern immer wieder für heiße Diskussionen. In der Forschung wird seit Jahren an Verfahren gearbeitet, mit denen eine Geschlechtsbestimmung des Kükens noch im Ei und so früh wie möglich durchgeführt werden kann.

Das Unternehmen Lohmann Tierzucht stellte jetzt eine Art Schwangerschaftstest für Eier vor. Mit dem ersten Prototypen können 150 Eier pro Stunde untersucht werden. Seit dem Start der Beprobung im Jahr 2013 wurden von Forschungsleiterin Prof. Almuth Einspanier, Uni Leipzig, und ihrem Team mehr als 10.000 Eier untersucht – die erzielte Genauigkeit betrug 97 %.

Wie funktioniert das Verfahren?

Dem Brutei werden zwischen dem achten und zehnten Tag mit einer spitzen Nadel ein bis zwei Tropfen Allantoisflüssigkeit, embryonaler Harn, entnommen. Anhand eines Markers wird dann nach einem Hormon gesucht. Bei weiblichen Küken ist es vorhanden, bei männlichen nicht. Dies wird sichtbar an einem Farbumschlag der Testflüssigkeit.

Die aufgezogenen Hennen zeigten nach Tests an der Hochschule Osnabrück durch diese Behandlung keinerlei Unterschiede zu normal ausgebrüteten Hennen. Die nach dem Hormontest aussortierten Eier mit Hähnen werden zu Tierfutter verarbeitet. Die Hähne, die aufgrund einer Falschbestimmung jedoch schlüpfen, müssen aufgezogen werden.

Noch Verbesserungsbedarf

Verbessert werden muss bei dem Verfahren noch die Analysegeschwindigkeit, denn zurzeit beträgt die Untersuchungsdauer eine Stunde. Prof. Einspanier hofft mit einem neuen Prototypen auf eine Reduzierung der Dauer auf 10 bis 15 Minuten. bw

Einen ausführlicheren Bericht über den Hormontest an Bruteiern lesen Sie ab Donnerstag in Wochenblatt-Folge 28/2017.

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