Der Zucker ist knapp

Zucker ist das weltweit dominierende Süßungsmittel. Doch obwohl die globalen Wachstumsaussichten positiv sind, wird der Zucker in der EU knapper.

Während die Zuckerrübenanbauer 2014 und 2017 Rekordernten einfahren konnten, lagen die Rübenerträge 2018 und 2019 auf schwachem Niveau. Trotzdem waren die Zuckerrübenpreise in den vergangenen Jahren mehr als enttäuschend. Doch nun rechnen Experten mit steigenden Zuckerpreisen.

Versorgungsknappheit in EU

„Der Zucker in der EU wird immer knapper“, davon ist Dr. Hermann Schmitz, Leiter Landwirtschaft bei Pfeifer & Langen, überzeugt. Das Werk rechnet demnach 2019 mit einem Rückgang der Rübenanbaufläche um 4,4 % und um weitere 4,8 % 2020, das erklärt der Zuckerexperte. Die Folge: Die Lagerendbestände sinken.

Um die europäische Versorgung zu gewährleisten, sind aus Sicht von Dr. Schmitz Importe notwendig. Dabei bräuchten Importeure aber ein höheres Preisniveau, als bisher am europäischen Markt zu erzielen sei. Seit Anfang des Jahres liegt der europäische Zuckerpreis bei 320 €/t. In Deutschland bei 310 €/t. Zukünftig rechnet Pfeifer & Langen allerdings mit steigenden Erlösen. Der Zuckerhersteller möchte in Zukunft konsequent auf die Zuckerrübe setzen.

Nachdem das Unternehmen drei Jahre lang kein Rohrrohzucker raffiniert hat, wird dies im kommenden Jahr wieder der Fall sein, um die nächste Kampagne zu erreichen. „Uns fehlt einfach der Zucker“, so der Experte. In keinem Fall sei es das Ziel, wieder auf Rohrrohzucker umzuschwenken.

Rübe trotzt Klimawandel

Der Fachmann bemängelte die Wettbewerbsverzerrung innerhalb der EU. Dadurch stehe Deutschland im „Wettbewerb der Unfairness“. Eine weitere Herausforderung: das Verbot der neonicotinoiden Saatgutbeize. Ein intensives Monitoring hilft, den Läusebefall zu überwachen und den Landwirten rechtzeitig Informationen zur Befallslage zu geben. Im Vergleich zur vergangenen Rübensaison wird es 2020 einige Herbizide und Insektizide geben, die ohne Einschränkungen miteinander gemischt werden können, sagte Dr. Schmitz. Dadurch sei eine Reduktion der Überfahrten im Rübenanbau möglich.

Im Hinblick auf den Klimawandel machen die Zuckerrüben Dr. Schmitz weniger Sorgen. Die Rübe kommt im Vergleich zu vielen anderen Kulturen mit der extremen Witterung besser zurecht. Das zeigte sie mit starken Zuwächsen im Herbst dieses Jahres.

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