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Tierarztrechnung für Hundebiss bezahlen? Digital Plus

Bei einem Spaziergang lief unsere Hündin zu einem anderen Hund, der an der Leine geführt wurde. Dessen Halterin regte sich so darüber auf, dass ich sofort zu den Vierbeinern gelaufen bin, um unsere Hündin zurückzuholen. Wenige Tage später präsentierte uns die Hundehalterin eine Tierarztrechnung von knapp 60 €. Angeblich habe sie erst zu Hause gesehen, dass ihr Hund gebissen worden sei. Sowohl meine Freundin als auch ich sind uns jedoch sicher, dass sich die Hunde nicht gebissen haben. Muss ich die Rechnung trotzdem bezahlen?

Die Haftung des Hundehalters, dessen Hund einem anderen einen Schaden zufügt, richtet sich nach § 833 BGB. Danach ist der Tierhalter für jeden Schaden verantwortlich, den sein Tier aufgrund der von ihm speziell ausgehenden Tiergefahr verursacht. Grundsätzlich wäre zu klären, ob Sie eventuell gegen die in Nord­rhein-Westfalen bestehende Leinenpflicht verstoßen haben. In diesem Fall hätten Sie durch Ihr Verhalten schuldhaft zur Schadenentstehung beigetragen. Zudem gehe ich davon aus, dass Sie den Hund zu Hobbyzwecken halten, sodass er als Luxustier anzusehen ist und Ihnen nicht der nach § 833 Seite 2 BGB vorgesehe

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Die Haftung des Hundehalters, dessen Hund einem anderen einen Schaden zufügt, richtet sich nach § 833 BGB. Danach ist der Tierhalter für jeden Schaden verantwortlich, den sein Tier aufgrund der von ihm speziell ausgehenden Tiergefahr verursacht. Grundsätzlich wäre zu klären, ob Sie eventuell gegen die in Nord­rhein-Westfalen bestehende Leinenpflicht verstoßen haben. In diesem Fall hätten Sie durch Ihr Verhalten schuldhaft zur Schadenentstehung beigetragen. Zudem gehe ich davon aus, dass Sie den Hund zu Hobbyzwecken halten, sodass er als Luxustier anzusehen ist und Ihnen nicht der nach § 833 Seite 2 BGB vorgesehene Entlastungsbeweis möglich ist. Dient das Tier der Erwerbstätigkeit, dem Beruf oder dem Unterhalt des Tierhalters, kann der Tierhalter sich dann entlasten, wenn er bei der Beaufsichtigung des Tieres die nötige Sorgfalt hat walten lassen und der Schaden auch bei gehöriger Aufsichtsführung entstanden wäre. Allein aufgrund des geschilderten Sachverhalts ist davon auszugehen, dass Sie für den Schaden, den Ihr Hund angerichtet hat, einzustehen haben. Weil Ihr Hund nicht angeleint war, dürfte auch die von dem anderen Hund ausgehende Tiergefahr nicht haftungsmindernd zu berücksichtigen sein. Allerdings müsste die Halterin des verletzten Hundes nachweisen, dass ihr Hund tatsächlich eine Bissverletzung durch Ihr Tier erlitten hat. Ist die Tierarztbehandlung unmittelbar nach dem Geschehen erfolgt, wäre ein solcher Beweis wohl zu führen. Ich gehe davon aus, dass Sie die Eigenschaft als Tierhalter über eine spezielle Hundehalterhaftpflichtversicherung abgedeckt haben. Jeder Hundehalter ist mehr als gut beraten, eine solche Versicherung abzuschließen. Fehlt diese, haftet er dem Geschädigten gegenüber mit seinem Privatvermögen. Ich kann Ihnen nur empfehlen, den Schadensfall Ihrer Versicherung zu melden, die sich mit der Geschädigten wegen des Schadenfalls in Verbindung setzt. Fehlt es an dem speziellen Versicherungsschutz, sollten Sie mit der Geschädigten eine Einigung finden. Ein Rechtsstreit lohnt sich allein wegen der Kosten nicht.