Trachtergebnis: Einfluss der Sorte?

Meines Erachtens haben sich die Rapsschläge in diesem Jahr sehr unterschiedlich präsentiert. Als Hobbyimker frage ich mich: Hat die Rapssorte einen Einfluss auf das Trachtergebnis? Und inwiefern hatte regional bestehender Wassermangel in den Böden einen Einfluss auf das Trachtergebnis?

Honigbienen verfügen über ein einzigartiges Kommunikationssystem: die Bienen- bzw. die Tanzsprache der Bienen. Hierüber orientieren sich die Sammelbienen eines Volkes über die lukrativsten Nahrungsquellen in der Umgebung des Bienenstocks.

Während der Rapsblüte stehen noch weitere Pflanzen in Blüte, die für Honigbienen attraktiv sind. Hier sind vor allem die verschiedenen Obstbaumarten und der Löwenzahn zu nennen. Auf welche Nahrungsquellen das Bienenvolk seine Sammelkraft fokussiert, ist für uns Menschen nicht immer nachvollziehbar. Denn auch die Bedürfnisse im Bienenstock nehmen Einfluss auf die Sammel­aktivität. Viele Larvenstadien im Brutnest verlangen eiweißreichen Blütenstaub, sodass die Sammlerinnen vor allem pollenreiche Blüten aufsuchen. Ist es zu warm im Stock, wird vor allem nach dünnflüssigem Nektar oder Wasser verlangt.

Die Frage, ob ein bestimmtes Rapsfeld in der Nähe des Bienenstands von Bienen beflogen wird oder nicht, hängt auch von der Bodenqualität, der Wasserverfügbarkeit der Pflanzen und den klimatischen Bedingungen ab. Ausreichend Feuchtigkeit im Boden und warm-sonniges Wetter lassen den Raps „honigen“, wie der Imker sagt. Kälte und Trockenheit da gegen führen dazu, dass die Pflanze mit Nektar geizt und die Bie­nen keinen Überschuss eintragen können.

Standort und Aussaattermin nehmen Einfluss auf den Blühbeginn. Eine hohe Bienendichte am Raps sorgt für ein schnelles und gleichmäßiges Abblühen der Pflanzen und garantiert ein hohes Ernte­ergebnis mit qualitativ hochwer­tigen Samen (Keimfähigkeit, Tausendkorngewicht etc.). Der Imker sagt, dass etwa vier Bienenvölker an 1 ha Raps stehen sollten, um die Bestäubung zu garantieren. Wenn alle Imker alle Völker an die Rapsflächen stellen würden, hätten wir noch nicht einmal ein Volk je ha zur Verfügung. Es mangelt im Raps erheblich an Bestäubern, sodass am Ende der Wind die Aufgabe des Pollentransportes übernehmen muss.

Ob also nun eine bestimmte Rapssorte „honigt“ oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab, die von Jahr zu Jahr und von Standort zu Standort sehr variieren können. Eine Rapssorte, die aufgrund der Züchtung keinen oder nur wenig Nektar abgibt, gibt es nicht.


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