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Vorsicht mit flüssiger Ameisensäure! Digital Plus

Um gegen den zunehmenden Salmonellendruck in meinem Schweinebestand aktiv zu werden, möchte ich dem Flüssigfutter Ameisensäure beimischen. Was halten Sie davon? Worauf muss ich achten?

Der Einsatz von Säuren im Futter zur Salmonellenreduktion hat sich bewährt. In vielen Betrieben, die ihr Futter selbst mischen, werden säurehaltige Ergänzungsfuttermittel oder Säuren als Futtermittelzusatzstoff eingesetzt. Besonders in Betrieben mit Flüssigfütterung wird gern von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, flüssige Säuren einzusetzen. Aufgrund ihrer guten Wirksamkeit gegen die Salmonellen und aufgrund ihres Preises wird häufig reine Ameisensäure (85 %) eingesetzt. Diese gilt jedoch seit 2017 als Gefahrstoff (Totenkopf-Piktogramm). Das hat unter anderem zur Folge, dass Behälter mit 85%iger Ameisensäure im landwirtschaftlichen...

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Der Einsatz von Säuren im Futter zur Salmonellenreduktion hat sich bewährt. In vielen Betrieben, die ihr Futter selbst mischen, werden säurehaltige Ergänzungsfuttermittel oder Säuren als Futtermittelzusatzstoff eingesetzt. Besonders in Betrieben mit Flüssigfütterung wird gern von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, flüssige Säuren einzusetzen. Aufgrund ihrer guten Wirksamkeit gegen die Salmonellen und aufgrund ihres Preises wird häufig reine Ameisensäure (85 %) eingesetzt. Diese gilt jedoch seit 2017 als Gefahrstoff (Totenkopf-Piktogramm). Das hat unter anderem zur Folge, dass Behälter mit 85%iger Ameisensäure im landwirtschaftlichen Betrieb in einem verschlossenen Raum aufzubewahren sind. Zudem sind beim Transport einige Vorschriften zu beachten. Ein Ausweg sind Produkte, die 75 % oder weniger Ameisensäure enthalten und auf der Beurteilungsskala eine Stufe niedriger eingestuft sind. Es gibt am Markt Produkte, die einfach mit Wasser auf 75 % verdünnt sind und solche, die zum Beispiel mit Ammoniumformiat abgepuffert sind. Auch diese Säureprodukte sind beileibe nicht ungefährlich. Im Falle eines Unfalles kann man durch sofortiges Spülen mit reichlich klarem Wasser jedoch bleibende Schäden meistens noch verhindern, während bei 85er-Ameisensäure das Wasser schon zu spät käme. Auf jeden Fall ist beim Säureeinsatz stets größte Sorgfalt angesagt. Gefährlich sind beispielsweise Funktionsstörungen an der Säurepumpe. Allzu leicht lässt man sich verleiten, schnell den Fehler beheben zu wollen, ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Aber selbstverständlich müssen bei Arbeiten am Säurebehälter, an der Pumpe oder den Leitungen Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille getragen werden. Schnell und unerwartet kann es hier zu folgenschweren Säure­spritzern oder -austritten kommen. Deshalb muss von Säure durch­nässte Kleidung sofort abgelegt werden. Die betroffenen Hautpartien sind gründlich mit fließendem Wasser abzuspülen. Denken Sie immer auch an gegebenenfalls auf dem Hof spielende Kinder und sichern Sie Säure­behälter ab – egal, wie hoch die Konzentration ist! (Folge 37-2018)