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Prozessionsspinner auf Pferdehof Digital Plus

Mein Pferd stand in Vollpension auf einem Reiterhof. Seit Anfang Juli zeigte es massive Beschwerden wegen des Eichenprozessionsspinners, weil die Wiese stark befallen war. Es bekam Schwellungen, Hautausschlag und Atemprobleme. Der Tierarzt spritzte Cortison. Daraufhin holte ich mein Pferd kurzfristig nach Hause. Hätte ich trotzdem die vereinbarte Kündigungsfrist einhalten müssen?

Die Haare des Eichenprozessionsspinners können auch bei Pferden massive Beschwerden auslösen. Tierhalter sollten betroffene Gebiete meiden.

Sie dürfen den Pferdeeinstellungsvertrag fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund zur Kündigung besteht. Ein solcher kann angenommen werden, wenn dem kündigenden Teil, in diesem Falle Ihnen, unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet

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Sie dürfen den Pferdeeinstellungsvertrag fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund zur Kündigung besteht. Ein solcher kann angenommen werden, wenn dem kündigenden Teil, in diesem Falle Ihnen, unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann. Davon gehen wir in Ihrem Fall aus, da aufgrund des massiven Befalls der Wiese mit Eichenprozessionsspinnern das Tierwohl beeinträchtigt war und es in der Vergangenheit auch bereits zu Erkrankungen des Pferdes gekommen ist. Zwar muss man berücksichtigen, dass die Haare der Eichenprozessionsspinner hauptsächlich in den Monaten Mai und Juni für Mensch und Tier gefährlich sind. Jedoch stellen auch alte Gespinstnester, die sich an den Eichen festsetzen, eine anhaltende Gefahrenquelle dar, da die Haare oft mehrere Jahre haltbar sind. Bitte bedenken Sie: Sollte es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen, tragen Sie die volle Beweislast, dass ein wichtiger Grund zur Kündigung tatsächlich vorlag. Sollte Ihnen dieser Beweis nicht gelingen, dürfte eine ausgesprochene fristlose Kündigung als unwirksam eingestuft werden. Daher sollten Sie immer, neben der fristlosen Kündigung, hilfsweise auch eine ordentliche Kündigung unter Einhaltung der Kündigungsfrist aussprechen. (Folge 36-2019)