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Laufend Wölfe vor der Kamera

Wiederholt tauchen nun auch in Westfalen Wölfe auf. Foto: S. Gerth / Blickwinkel

Die Meldungen von Wolfssichtungen häufen sich derzeit. Nachdem an den Oster­feier­tagen in Barn­trup-Sommersell (Kreis Lippe) ein Wolf Ziegen gerissen hatte und durch Aufnahmen einer Wildkamera identifiziert worden war, bestätigte das Düsseldorfer Umweltministerium am Montag dieser Woche den fünften Wolfsnachweis in NRW seit 2009: In Rietberg-Mastholte (Kreis Gütersloh) war am Sonntag ein Wolf gesehen und mittels Videoaufnahmen dokumentiert worden. Das Tier war über einen Acker in der Nähe eines Wohngebiets gelaufen.

Tatzenabdrücke gibt es auch

Laut Pressemitteilung des Ministeriums hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) das Video vom LUPUS – Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland – überprüfen lassen. Von dort wurde bestätigt, dass es sich bei dem Nachweis in Rietberg um einen Wolf handelt.

Sichtungen melden
Sollte es zur Sichtung eines Wolfes kommen, istdas direkt den zuständigen Behörden oder den regionalen Wolfsberatern zu melden. Beim LANUV können rund um die Uhr alle Luchs- und Wolfssichtungen gemeldet werden unter Tel. (0 23 61) 305-0, außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende bei der Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV unter Tel. (02 01) 71 44 88.

Hier finden Sie tabellarische Übersichten der Luchs- und Wolfsberater
in Nordrhein-Westfalen und
in Niedersachsen .

Die Örtlichkeit sei zudem von einem Wolfsberater im Auftrag des LANUV auf weitere Spuren untersucht worden. Vor Ort festgestellte Tatzenabdrücke (Trittsiegel) unterstützten den Nachweis eines Wolfes. Experten zufolge soll das Tier auf den Videobildern etwa zwei Jahre alt sein, meldet der WDR.

Schafe in Borchen gerissen

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vergangener Woche wurden in Borchen zwei Schafe gerissen. Am darauffolgenden Donnerstag hat ein Feuerwehrmann mit seinem Einsatzfahrzeug auf der Landstraße 776 bei Oberntudorf nahe der Wewelsburg vermutlich einen Wolf angefahren.

Wie Wolfsberaterin Friederike Wolff auf Nachfrage des Wochenblattes berichtete, hätten beteiligte Autofahrer bestätigt, dass es sich nicht um einen Hund gehandelt habe. Laut Wolff wurde das angefahrene Tier ohne Erfolg nachgesucht. Haare, die an dem Unfallfahrzeug sichergestellt wurden, werden nun genetisch untersucht.

Wolf im Wiehengebirge

Bereits am Karsamstag ist es im Landkreis Osnabrück zu einer Wolfsbegegnung gekommen. Wie die Tageszeitung „Westfalen-Blatt“ meldete, war ein Hobbyfotograf mit seinem Hund bei Ostercappeln im Wiehengebirge unterwegs gewesen, um Damwild zu fotografieren, als der Hund plötzlich „wie erstarrt war“. Der Wolf sei zwischen 50 und 100 m entfernt gewesen. Ob der Wolf ihn registriert habe, konnte der Hobbyfotograf nicht sagen.

Am Mittwoch vergangener Woche folgte dann die offizielle Bestätigung von Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, dass es sich um einen Wolf gehandelt hat, offiziell. Wo sich der Wolf jetzt aufhält, ist unklar. Nach Angaben des „Westfalen-Blattes“ könnte es sich um ein Jungtier aus einem Rudel aus dem Diepholzer Moor handeln.

Für Mensch keine Gefahr?

„Aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte kann festgestellt werden, dass Angriffe von gesunden frei lebenden Wölfen auf Menschen in Deutschland nicht dokumentiert sind“, heißt es in der Pressemitteilung des NRW-Umweltministeriums weiter. „Wölfe sind extrem scheu und meiden üblicherweise den Menschen“, wird Dr. Matthias Kaiser, Leiter der Arbeitsgruppe „Wolf in NRW“ beim LANUV, zitiert. bp

Die Video-Aufnahme aus Rietberg ist hier zu finden: Wolf in Rietberg, April 2016