Mahd

Sensosafe rettet 35 Rehkitze

Der Wildretter "Sensosafe" entdeckte auf 200 ha Mahdfläche im Kreis Warendorf 35 Rehkitze sowie Fasanenhennen, Küken und Gelege.

Der neue Wildretter „Senso­safe“ der Firma Pöttinger kam erstmals in dieser Mähsaison im Kreis Warendorf zum Einsatz. Das Lohnunternehmen Uthmann & Voges GbR aus Ennigerloh hat in den neuen Wildretter investiert.

Mit Erfolg, wie Philip Uthmann berichtet: „Auf 200 ha haben wir 35 Rehkitze sowie Fasanenhennen, ­Küken und Gelege gefunden und gerettet.“

Wenn Drohne und Kamera nichts finden...

Selbst auf Flächen, die vorab ­mittels Drohne und Wärmebild­kamera abgesucht worden waren, wurde das System noch fündig. Bei dem Wildretter handelt es sich um einen Sensorbalken, der am Frontmähwerk montiert bzw. über einen Anbaubock mit seitlicher Ausklappung für Heckmähwerke in der Fronthydraulik angebaut wird.

Investitionskosten: rund 40  000 €. Doch das Finanzielle sei fast zur Nebensache geworden, als beim ersten Kunden bereits nach 50 m Mähstrecke das erste Kitz gefunden wurde, so Philip Uthmann, der selbst auch Jäger ist, und ­betont: „Wir wollen mit ­gutem ­Beispiel vorangehen.“

Der Preisaufschlag für den Einsatz des ­Wildretters beträgt 10 € pro Stunde, die Fahrgeschwindigkeit maximal 10 km/h. „Wir fahren aber auch ohne Wildretter nicht schneller, da ansonsten der Verschleiß zu stark steigt“, sagt der Lohnunternehmer.

Angesichts der durchschnittlichen Mähfläche pro Betrieb im Kreis Warendorf beziffert er die Mehrkosten beim Einsatz des Wildretters im Mittel auf 30 bis 80 € pro Betrieb.

Der Wild­retter beruht auf Sensorbalken, die entweder direkt am Mähwerk oder an ­einem Anbaublock montiert sind. (Bildquelle: Degener)

Botulismus-Risiko senken

Der Wildtierschutz sei dabei ein wichtiges, aber nicht das einzige Ziel. „Wir wollen, dass die Milchviehbetriebe zu 100 % sauberes Futter haben und nicht dem Botulismus-Risiko ausgesetzt sind“, erklärt der Lohnunternehmer.

In diesem Jahr hat das Unternehmen eine Mähkombination (Arbeitsbreite: 10 m) mit der neuen Technik im Einsatz. Im nächsten Jahr soll die zweite Mähkombination folgen.

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