Klimawandel hat Einfluss

2022: Hohe Bienenverluste

Mancher Imker hat in diesem Frühjahr in leere Bienenkästen geschaut. Es ist davon auszugehen, dass mindestens 30 bis 50 % der Honigbienenvölker den vergangenen Winter nicht überlebt haben. Doch was sind die Gründe dafür?

Oft fordert die Varroamilbe ihren Tribut bei der Überwinterung der Bienenvölker. Doch in diesem Jahr war es wohl der Klimawandel, der die Imker im Frühjahr in leere Bienenkästen blicken ließ. Auch wenn die Zahlen des Mayener Bieneninstitutes zu den Völkerverlusten noch nicht veröffentlicht sind, ist davon auszugehen, dass mindestens 30 bis 50 % der imkerlich gehaltenen Bienenvölker den vergangenen Winter nicht überlebt haben.

Einfluss der Witterung

Wie so oft lag die Ursache für das Honigbienensterben im Spätsommer und Herbst des vergangenen Jahres. Traditionell beginnt das Bienenjahr für die Imkerschaft im August. Die Honigernte ist eingefahren, die Bienenvölker sind für den Winter vorbereitet und eingefüttert. Die Natur stellt sich nach der Sommersonnenwende langsam auf den Winter ein. Es ist die Zeit des Reifens und Fruchtens.

In den vergangenen Jahren hat sich das Bild geändert. Spätsommer und Herbst sind wärmer und sonniger. Die Bienen können noch ausfliegen und Nahrung sammeln an den vielen, noch blühenden Spättrachten: Spargel, aber auch Gelbsenf und Zwischenfrüchte, Bienenweide im Rahmen von Naturschutzmaßnahmen sowie die Kultivierung von Bienenbäumen (Euodia hupehensis), Schnurr­bäumen (Sophora japonica) und anderen spät blühenden Pflanzen, die erst im August/September mit der Blüte beginnen.

Für den Imker ist es schwer zu beur­teilen, wie viel er an Bienen­futter zufüttern muss, damit seine Völker gut über den Winter kommen. Füttert er zu viel und finden die Bienen noch Nahrung, kann das Brutnest verhonigen und den Bienen keinen Freiraum mehr ­bieten, sich aufzuketten oder freie Zellen für die Brut zu finden. Eine...