Zuletzt aktualisiert am 25.10.22 um 6:00 Uhr

Thema

Schweinehalter in der Krise

Munia Nienhaus

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Steigende Produktionskosten, niedrige Erzeugerpreise, die Afrikanische Schweinepest, geschlossene Gastronomien durch Corona: Schweinehalter kämpfen mit einer beispiellosen Krise.

Hochs und Tiefs gehören für Landwirte zum Geschäft dazu. Das derzeitige Tief in der deutschen Schweinehaltung ist allerdings weit von den gewöhnlichen Schwankungen entfernt. Mehrere Faktoren haben die Landwirte in eine schwere Krise geführt:

  • Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde die Gastronomie geschlossen und Großveranstaltungen abgesagt. Die Nachfrage nach Fleisch im In- und Ausland sank und führte zu niedrigen Fleischpreisen.
  • Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland führten dazu, dass viele Exportländer kein deutsches Schweinefleisch mehr importieren.
  • Die Kosten für Futtermittel, Diesel, Dünger und Ersatzteile sind stark gestiegen.
  • Forderungen nach Haltungsumstellungen, gepaart mit strengen Bau- und Umweltvorgaben aus der Politik, sorgen für enormen Druck auf die Landwirte. Dabei stehen Tierwohl und Naturschutz, wegen höherer Emissionen neuer Haltungssysteme, in Konflikt. Fehlende Positionierung von Seiten der Politik führt dazu, dass Umbaugenehmigungen nicht erteilt werden, selbst wenn Sauenhalter und Mäster investieren können und wollen.

Eine Umfrage der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) im Juli und August 2021 ergab, dass jeder zweite Schweinehalter seinen Betrieb innerhalb der nächsten zwei Jahre aufgeben möchte. Der Druck, unter dem die Mäster und Sauenhalter zurzeit stehen, ist extrem hoch. Die Zukunft für Schweinehalter in Deutschland und für Schweinefleisch "made in Germany" ist ungewiss.

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