Zuletzt aktualisiert am 10.05.21 um 3:23 Uhr

Thema

Eichenprozessionsspinner (EPS)

Der Eichenrozessionsspinner ist für viele ein leidiges Thema. Was kann oder sollte man tun? Wo lauern gesundheitliche Gefahren? Hier erfahren Sie mehr.

Der Eichenprozessionsspinner (EPS), Thaumetopoea processionea, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer regelrechten Plage entwickelt.

Zur Nahrungssuche laufen die Larven gerne – wie eine Prozession – im Gänsemarsch den unteren Baumstamm entlang über den Boden zur nächsten Eiche, wo sie weiterhin die Laubblätter befressen.

Eichenprozessionsspinner: Raupen mit giftigen Brennhaaren

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners hängen in Eichen, Hainbuchen oder auch Fichten. Von Mai bis Juli bilden sie giftige Brennhaare. Der Kontakt mit den feinen Härchen kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Die Haut rötet sich und bildet Quaddeln. Es können sich auch Eiterbläschen und Knötchen entwickeln, die an eine Reaktion durch einen Insektenstich erinnern. Oft dauern die Symptome ein bis zwei Wochen an.

Eichenprozessionsspinner: Ausschlag auf der Haut

Geraten die Härchen ins Auge, kann das eine heftige Bindehautentzündung mit roten Augen und geschwollenen Lidern verursachen. Werden die winzigen Härchen, die ein Eiweißgift enthalten, eingeatmet, reizen diese die Schleimhaut von Nase, Rachen und Bronchien.

Was Sie tun können

Sind Sie mit der Raupe oder den Härchen des Eichenprozessionsspinners in Kontakt gekommen, sollten Sie unter anderem folgendes beachten:

  • Ziehen Sie die Kleidung vor der Haustür bzw. im Hauswirtschaftsraum ausziehen, damit Sie die Brennhaare möglichst nicht in alle Räume hineintragen;
  • Waschen die Kleidung bei 60°C;
  • Nehmen Sie sichtbare Härchen der Raupe mit einem Klebestreifen wie Tesa oder Heftpflaster auf und entsorgen diese;
  • Duschen Sie sich anschließend gründlich ab. Vergessen Sie Ihre Kopfhaare nicht;
  • Kratzen Sie die Haut nicht auf;
  • Kühlen Sie befallene Hautstellen, das lindert den Juckreiz;
  • In der Apotheke erhalten Sie Mittel gegen Juckreiz, teilweise auch mit Cortison, sowie Antihistaminika gegen allergische Reaktionen;
  • Starke Hautreizungen mit Juckreiz und Schwellungen, aber auch gerötete Augen, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden sollten Sie beim Hausarzt abklären lassen. Das gilt auch für seltene Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Schwindel;
  • Bei akuter Atemnot, Kreislaufkollaps sowie Schwäche sollten Sie ins Krankenhaus oder den Notruf unter 112 rufen.

Eichenprozessionsspinner bekämpfen und entfernen

Der EPS ist eine waldtypische Gefahr, weshalb für den Waldbesitzer keine Bekämpfungspflicht besteht. Allerdings raten Experten das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners umgehend dem Ordnungsamt zu melden. Das gilt besonders für den Befall in bebauten Gebieten, Parks oder in der Nähe von Schulen und Kindergärten.

Zur Bekämpfung kann ein Biozid eingesetzt werden. Als Biozide zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sind zurzeit die Mittel Foray ES und NeemProtect zugelassen.

Weiterhin können die Raupen abgesaugt oder eingeschäumt werden. Beim Absaugen werden behaarte Raupen und Gespinste von einem zertifizierten Sicherheitssauger der Staubklasse H aufgenommen. Beim Enínschäumen werden behaarte Raupen und Gespinste mit etwa 97 °C heißem Wasser plus isolierendem Schaum auf der Basis von Maisstärke und anderen organischen Substanzen, wobei die Raupen sterben und ihre Brennhaare samt Nesselgift inaktiv werden.

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