Regionalität, nachhaltige Produktion, faire Bezahlung

Rückverfolgbarkeit als Produktstory

Lebensmittel können zahlreiche „Mehrwerte“ haben. Wie mache ich sie dem Verbraucher klar? Wie muss ich sie marketingtechnisch inszenieren? Darum ging es im f3-Scheunengespräch am letzten Donnerstag.

Dieser Beitrag ist zuerst in der Zeitschrift „f3 - farm.food.future.“ erschienen.

Es gibt sie, diese Lebensmittel, bei denen allen sofort klar ist, wieso sie etwas Besonderes sind. Bei dem einen wird der Erzeuger fair bezahlt. Bei dem nächsten der Anbau besonders nachhaltig betrieben. Wieder andere schützen die Biodiversität. Doch wie schafft man es, auch erklärungsbedürftige Mehrwerte bis zum Verbraucher zu transportieren? Was muss eine Marke dafür leisten? Oder sollte es doch lieber ein Label sein? Und welche technischen Möglichkeiten gibt es eigentlich, die Wertschöpfungskette von Acker bis zum Teller transparent zu machen?

All diese Fragen kamen beim digitalen f3-Scheunengespräch am vergangenen Donnerstag Abend auf den Tisch. In gewohnter Manier teilten erst zahlreiche Gründer und Gründerinnen ihre Ideen und Erfahrungen in Kurzvorträgen, bevor sie sich mit den Zuhörern auf drei Breakout-Rooms aufteilten. Dort konnte mit offenen Mikros und Kameras frei mit den Impulsgebern diskutiert werden.

Die Aufteilung der drei Breakout-Sessions zeigt, wie breit das Themenspektrum der zweistündigen Digitalveranstaltung war:

Raum 1: Technologie zur Nachverfolgung: Blockchain, Chargenverfolgung & Co.

Martin Stoussavljewitsch und Dr. Sebastian Terlunen stellten jeweils technische Lösungen vor, mit denen die Rückverfolgbarkeit entlang der Lebensmittelkette gewährleistet werden kann. Warum? „Entweder für Prozessoptimierung, Service oder Mehrwert“, sagte Sebastian, Gründer von „Frachtpilot“. Der Nebenerwerbslandwirt bietet landwirtschaftlichen Direktvermarktern mit seiner Software die Digitalisierung ihres Geschäfts an. Sein Programm unterstützt den Bauern von der Bestellung über die Rechnung und den Lieferschein bis hin zur Tourenplanung. Bei der Funktion „Chargenverfolgung“ komme dann der Aspekt der Rückverfolgbarkeit ins Spiel. Hier betonte Sebastian die Freiwilligkeit hinter dem Einsatz einer Chargennummer, die sein Start-up jedem Produkt zuordnen kann. Sebastian sagte: „Chargenverfolgung ist die kleine Blockchain.“ Es sei der Servicegedanke, der den Verbraucher an den Erzeuger bindet. „Der Regalplatz im LEH ist begrenzt und irgendwann kommt der Tag, an dem der Handel eine Chargenverfolgung bis zum Erzeuger verlangen wird.“

Für Martin Stoussavljewitsch, den Gründer von „Youki“, ist digitale Rückverfolgbarkeit eine Möglichkeit, durch eine direkte Verbindung zwischen Landwirten und Verbrauchern wieder Vertrauen zwischen beiden aufzubauen. „Die Blockchain ist wie ein digitaler Fingerabdruck“, sagte er. „Jeder Mehrwert, den der Landwirt erbringt, kann sichtbar gemacht werden.“ – Für Stoussavljewitsch eine Voraussetzung für eine direkte Entlohnung seines Aufwandes. So legt der Landwirt beim Blockchain-Projekt „Combayn“ Blühstreifen an, die vom Verbraucher in einer Art Patenschaft bezahlt werden. Das Besondere: Der Verbraucher kann digital nachvollziehen, welcher Schlag wie bepflanzt wurde. Es gibt keinen Zwischenhändler. Die Daten werden aus der...


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